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Wiederkäuen

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Was Wiederkäuen ist

Wiederkäuen oder Rumination bedeutet, dass nach oder während des Essens mehr oder weniger kleine Nahrungsmengen von unten in den Mund kommen. Wenn dies gelegentlich passiert, ist das nicht schlimm, jeder hat so etwas schon erlebt.

Wenn etwas ohne Erbrechen von unten durch die Speiseröhre hoch kommt, bezeichnen wir dies als Regurgitation, so etwas wie Rauf- oder Zurückschlucken (statt runterschlucken). Kommt dies regelmäßig vor, muss es als mögliches Krankheitszeichen gewertet werden. Auf jeden Fall lässt sich folgern, dass nicht alles, was hinunter geschluckt wird, im Magen bleibt oder gar nicht erst den Magen erreicht.

Eine Entleerungsstörung des Magens oder eine Passagestörung der Speiseröhre können rasch zu einer Gewichtsabnahme führen, einfach deshalb, weil nicht genügend Nahrung den Dünndarm erreicht, oder weil gar das Schlucken vermieden wird.

Was der Arzt fragen könnte

Um die Ursache genauer einzugrenzen, ist es für Ihren Arzt wichtig, Genaueres zu erfahren; er fragt vielleicht:

  • "Haben Sie in diesem Rahmen an Gewicht abgenommen?" Dann ist eine Passagestörung für Speisen möglich.
  • Ist das, was hochkommt, sauer? Wenn etwas schon im Magen ist und doch wieder ohne Erbrechen hoch kommt, dann kann man dreierlei schließen:
    • 1. Die Speiseröhre muss durchlässig sein; und
    • 2. der Abdichtungsmechanismus, der normalerweise einen Rückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert, ist wohl undicht.
    • 3. Die Speise hat einen sauren Geschmack angenommen, da der Magen Säure produziert.
MERKE

Häufiges Wiederkäuen (Rumination) ist ein Zeichen einer Passagestörung im Bereich von Speiseröhre oder Magen. Ursachen können ein Hindernis (wie z. B. eine narbige oder tumoröse Enge) in der Speisröhre, eine Behinderung der Magenentleerung und / oder eine Undichtigkeit am Mageneingang, die einen Reflux fördert, sein. Noch vor aufwändigen technischen Untersuchungen kann eine gute Selbstbeobachtung zur richtigen Diagnose hinleiten.

Wenn das, was wieder auf die Zunge kommt, sauer ist, ist dies ein fast untrüglicher Hinweis auf eine Herkunft aus dem Magen. Ist der Geschmack nicht sauer, kann die Speise zwar auch aus dem Magen stammen; aber dann würde er keine Säure gebildet haben. Das ist beispielsweise bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung, nach Magenoperation oder unter der Wirkung von Säureblockern möglich. Aber sie kann auch aus der Speiseröhre stammen, wenn sie verengt ist und sich nicht genügend in den Magen entleeren kann. So etwas kommt vor bei einer narbigen Striktur (häufig nach lang dauernder Refluxkrankheit) oder einem Tumor (Ösophaguskarzinom). Auch kann ein Zenker-Divertikel dahinter stecken.

  • "Passiert Ihnen das "Hochkommen" nur mit festen Brocken und nicht mit Flüssigem?" Dann kann in der Speiseröhre eine Enge sein, die Flüssiges durchlässt, Festeres dagegen nicht. Meist allerdings verspürt man dann einen Verschluss; es geht einfach nichts mehr durch. Und dann muss sofort gespiegelt werden, um die Speiseröhre zu befreien und die Ursache zu finden.
  • Haben Sie den Eindruck, dass das, was hochkommt, ganz von unten aus dem Magen hoch fließt? Manchmal merkt man, dass sich etwas seinen Weg hinter dem Brustbein nach oben bahnt; es ist ein Gefühl des „Raufschluckens“; meist allerdings entgeht dies der eigenen Beobachtung. Eine solche Angabe würde den Eindruck verstärken, dass die regurgitierte Nahrung von ganz unten aus dem Magen stammt.
  • Kommt die Speise ihrer Meinung ganz unvermittelt in den Mund zurück? Wenn Sie das bejahen, kommt meist die Nachfrage, wie viel sie denn auf einmal essen könnten. Und antworten Sie darauf: „Immer nur kleine Mengen, dann ist Schluss, dann geht nichts mehr rein. Meist kann ich erst nach einer ganzen Weile weiter essen“, dann wird Ihr Arzt möglicherweise mit sich schon eine Wette abschließen: Hier liegt ein Zenker Divertikel vor. Mit diesem Gedanken wird er Sie zur Endoskopie oder zu einer Röntgenuntersuchung schicken, bei der Sie einen Kontrastbrei schlucken: dann kann man – wenn er recht hat – sehen, dass sich der Schluck in einer großen Aussackung der Speiseröhre verfängt, aus der es nicht weiter geht. Wenn Sie zur Spiegelung geschickt werden, muss der Untersucher das Endoskop ganz vorsichtig einführen und nur langsam vorschieben, um den Blindsack erkennen zu können und nicht zu durchstoßen. So etwas passiert zum Glück nur sehr selten, wenn man auf einen solchen Befund nicht gefasst ist. Also ist es immer gut, wenn Ihr behandelnder Arzt an solch einen Befund denken kann! Helfen Sie ihm aus Eigeninteresse durch eine detaillierte Beschreibung.


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