Weg zur oder weg von der Selbstdiagnose?
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[bearbeiten] Selbstdiagnose
Die Selbstdiagnose von Patienten ist heiß umstritten, besonders unter Ärzten! Einige befürworten sie und möchten den „mündigen Patienten“ fördern, so auch ich. Andere sind skeptisch, da ihrer Ansicht nach medizinisches Vorwissen und Neutralität sich selbst gegenüber mangeln und Verunsicherung droht. Wieder andere lehnen sie strikt ab und führen auch die Gefährdung der vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung ins Feld.
[bearbeiten] Beunruhigung durch Wissen oder durch Unwissen?
Unter Patienten ist sie gar nicht so umstritten. Jeder möchte natürlich gerne wissen, wie es um ihn steht; das ist sein ureigenstes Interesse. Jeder möchte sich möglichst schnell und umfassend darüber informieren, was hinter seinen Beschwerden steckt, und das kann er überall, heutzutage besonders gut im Internet. Da bleibt es nicht aus, dass man über die verschiedensten Diagnosen stolpert. Ob sie nun für einen selbst zutreffen oder nicht, ist nicht immer gleich ersichtlich, und tatsächlich kann man leicht eine unzutreffende Diagnose für bare Münze nehmen. Dann wiegt man sich entweder in falscher Sicherheit, oder ist unnötigerweise verunsichert oder gar geschockt. Viele Patienten, die beispielsweise häufig unter Bauchschmerzen leiden, denken gleich an Krebs, was in der größten Mehrzahl nicht zutrifft. Dennoch stehen viele Menschen auf dem Standpunkt, „lieber ist mir, wenn man überhaupt an die Krankheit denkt als überhaupt nicht, sie könnte ja stimmen. Und der Arzt kann ja auch einmal daneben liegen.“
[bearbeiten] Kann der Arzt irren?
Und das stimmt in der Tat; der Arzt kann daneben liegen. Aber Ihre gute Beschreibung der Beschwerden und des Krankheitsverlaufs soll das ja vermeiden helfen. Und wenn Sie sich in diesem Buch darüber informieren, was Sie Ihm alles sagen sollten, damit er möglichst gleich an die richtige Diagnose denkt, dann bekommen Sie gleich auch zu erfahren, auf welche Krankheiten seine eventuelle Nachfragen zielen. Damit engen sich die Differenzialdiagnosen womöglich schon stark ein, und bestimmte Diagnosen kommen vielleicht schon ganz dicht ins Zentrum des Interesses. Das bedeutet für Sie nichts anderes als eine Art Hilfe zur Selbstdiagnose – unter dem Vorbehalt, dass Ihr Arzt Ihre Beschwerden auch so wertet.
[bearbeiten] Was dieser Ratgeber möchte
Dieser Ratgeber belässt es natürlich nicht dabei, Sie darauf hinzuweisen, dass eine bestimmte Krankheit nun in den Vordergrund rückt, sondern er bietet Ihnen auch ihre Beschreibung in verständlicher Form, so dass Sie sich über ihre Bedeutung schon vor dem Arztbesuch informieren können. Das hilft Ihnen dann, Ihrem Arzt gezielte und für Sie relevante Fragen zu stellen. Gehen Sie also informiert zu Ihrem Arzt!
→ Nächstes Kapitel: An welchen Arzt soll ich mich wenden?
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