Vorbereitung auf den Arztbesuch
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[bearbeiten] "Was trifft auf mich zu?"
Wer Beschwerden hat, krank ist oder Krankheit ausgeschlossen wissen möchte, konsultiert am besten den Arzt. Wer sich in Nachschlagewerken oder im Internet vorab informieren möchte, gerät zwangsläufig an gewisse Grenzen, die dadurch bedingt sind, dass man als mehr oder weniger blutiger Laie in der Regel nicht genau darüber Bescheid weiß bzw. keine blasse Ahnung davon hat, auf welche Beschwerden oder welche Symptome zu achten ist und welche Krankheiten in Frage kommen. Und man fragt sich: „Was trifft für mich zu?“ Oder schlimmer: „Das trifft ja alles auf mich zu!“ Zum Schluss ist man unter Umständen ziemlich verunsichert, ängstlich und verwirrter als zuvor. Der komplette Laie steckt auf, und der mit medizinischer Halbbildung gerät vielleicht auf eine völlig falsche Fährte.
[bearbeiten] Was ist wirklich wichtig?
Medizinische Informationen aus dem Internet oder aus Fachbüchern sind allgemein gehalten und dienen nicht einer Beratung bezüglich individueller Gesundheitsprobleme. Gehen Sie zu Ihrem Arzt, wenn Sie wissen wollen, was auf Sie selbst zutreffen könnte! Dieser Ratgeber hilft Ihnen, sich auf seine Fragen vorzubereiten und zu verstehen, an welche Diagnosen er vielleicht denkt.
Vielfach sind die Symptome, die der Patient als die wichtigsten ansieht – beispielsweise ein Missempfinden oder gar ein Schmerz –, bei weitem nicht immer die bedeutsamsten sondern ganz andere. Wie oft hört der Arzt, wenn er auf das eigentlich medizinisch Wichtige zu sprechen kommt: „Aber das tut mir gar nicht weh!“ oder „Das stört mich nicht.“ Und dennoch kann beispielsweise die angedeutete Gelbverfärbung in den Augen diagnostisch wichtiger sein als die Blähungsbeschwerden, unter denen der Patient leidet.
[bearbeiten] Worauf man achten sollte
Wenn der Arzt nach der Symptomatik fragt und immer genauer nachfragt: „Wie, wann und unter welchen Begleitumständen begann es denn?“, beginnt oft genug ein Zögern und Nachdenken; und schließlich folgt das Eingeständnis: „Ja, so genau habe ich das nicht beobachtet“, oder: „das weiß ich nicht mehr; da müsste ich meine Frau fragen“. Und so bleiben wichtige Fragen auch oft genug unbeantwortet.
Was also viele Patienten benötigen, ist eine Ahnung davon, worauf sie achten müssen und was sie parat haben sollten, wenn der Arzt sie befragt. Bedenken Sie: halbe oder nicht ganz richtige Informationen führen selbst versierte Ärzte oft genug in die Irre. Das bedeutet auch für Sie, die Patientin oder den Patienten, eine unnötige Diagnostik und Therapieverzögerung und damit auch mehr Risiken und nicht zuletzt Mehrkosten.
[bearbeiten] Persönliche Beratung nur durch Ihren Arzt!
Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen, ein besseres Bild von der eigenen Krankheit zu gewinnen und sich auf den Arztbesuch vorzubereiten. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, alles was Sie lesen auf sich persönlich zu beziehen: was für Sie zutrifft, wird am kompetentesten Ihr Arzt einschätzen können – allerdings umso besser, je genauer Sie ihm mitteilen, was er wissen muss. Vielleicht lassen sich die vielen Möglichkeiten, an die man denken muss, durch die gezielten Nachfragen, zu denen die Kapitel anregen, weitgehend eingrenzen, auch für Sie.
[bearbeiten] Der mündige Patient
Die Zielvorstellung des „mündigen Patienten“ ist eine wesentliche Motivation für diesen Ratgeber. Wir leben in einer „Informationsgesellschaft“, in der überall Informationen zu haben sind; aber wir können manchmal nicht viel mit ihnen anfangen. Es fehlt das jeweils „verbindende Band“, das eine Information für uns in unserem Kontext brauchbar macht. Dieser Ratgeber soll helfen, die eigene Urteilsfähigkeit zu stärken und gesundheitliche Zusammenhänge zu begreifen. Vielleicht kann es Ihnen auch schon eine Idee davon vermitteln, was im eigenen Fall vorliegen könnte, und einen Tipp geben, wann der Arzt unbedingt zurate gezogen werden sollte. Eine gewisse vorab geleistete „Selbstdiagnose“ könnte ihm durchaus nützen. Und Ihnen würde sie helfen, ihm die richtigen Fragen zu stellen und sich auf seine Fragen vorzubereiten.
→ Weiter: Weg zur oder weg von der Selbstdiagnose?
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