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Vorübergehende Verstopfung

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Die Verstopfung (Obstipation) kann vorübergehend auftreten oder lang anhalten. Hier wird auf die erst seit kurzem neu aufgetretene und die vorübergehende Verstopfung eingegangen.

Wenn bisher immer normaler Stuhlgang vorherrschte und erst seit kurzem Verstopfung besteht, dann kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Sie erfordern es, dass die Bedingungen ihrer Entwicklung genauer erforscht werden.

[bearbeiten] Fragen, die den Arzt interessieren

In welchem Zusammenhang trat die Verstopfung auf? Bei einer Reise? Nach einem neuen Medikament? Unter einer besonderen seelischen Belastung? Denn praktisch jedwede Umstellung der Lebensumstände kann sich auf den Darm auswirken. Die Reiseverstopfung beispielsweise kann durch eine Umstellung der Ernährung, mit Flüssigkeitsmangel (auf einer Reise findet man nicht immer gleich eine Toilette, also spart man oft beim Trinken) oder mit einer vielleicht unbewussten Höflichkeit, fremdes Gebiet nicht zu beschmutzen (wie Psychologen schon einmal gemutmaßt haben), zusammenhängen. Ein neues Medikament kann direkt in die nervliche Koordination der Darmbewegung oder indirekt über eine Negativbilanzierung des Flüssigkeitshaushalts und auf manchen anderen Wegen wirken. Seelische Belastungen oder gar eine psychische Krankheit bringen häufig das gesamte vegetative (unbewusste) Nervensystem durcheinander.

Welche Medikamente sind neu und stehen in zeitlichem Zusammenhang mit der Verstopfung? Die medikamentenbedingte Obstipation ist ein häufiges Problem. Durchmustern Sie Ihre Medikamente speziell auf folgende Präparate oder Präparategruppen: wassertreibende Mittel (Diuretika), Eisenpräparate, Schmerzmittel (Analgetika, besonders Opiate wie z. B. Morphin, Tramadol, Schmerzpflaster) und andere zentral wirkende Pharmaka, wie Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Carbamacepin, Imipramin, Sulpirid, Clonidin, Neuroleptica), Anticholinergika, Propafenon. Dies ist nur eine Auswahl. Schauen Sie auf die Beipackzettel Ihrer Medikamente, ob dort Verstopfung unter den möglichen Nebenwirkungen aufgeführt ist.

Nehmen Sie Drogen? Drogen können auch zur Verstopfung führen, nicht vergessen!

MERKE

Denken Sie bei einer vorübergehenden, situativen, episodischen Obstipation also an die Möglichkeit einer Reiseverstopfung, einer medikamentenbedingten Verstopfung, einer nahrungsmittelinduzierten Obstipation, einer Schwangerschaftsobstipation und einer Obstipation bei seelischer Belastung (z. B. bei Depression). Bringen Sie Ihre Medikamente oder zumindest Ihre aktuelle Medikamentenliste den Arzt mit.

Ist bei Ihnen eine hormonelle Störung bekannt? Auch hormonelle Ursachen müssen berücksichtigt werden. Dazu gehört insbesondere die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), also der Mangel an Schilddrüsenhormonen. Manchmal weiß man darüber schon Bescheid. Manchmal ist die Verstopfung der Anlass, dies zu entdecken. Auch die weiblichen Geschlechtshormone, speziell die Gestagene, fördern Verstopfung. Das ist auch der Grund, weshalb Frauen besonders häufig darunter leiden.

Bei Frauen in gebärfähigem Alter kann die Frage sinnvoll sein (wenn die Antwort nicht sowieso schon erkennbar ist):

Liegt eine Schwangerschaft vor? Denn bei einer Schwangerschaft muss die Muskulatur des Uterus still gestellt werden. Dies wird durch die Gestagene (Progesteron) bewirkt. Sie vermindern jedoch auch die Aktivität der glatten Muskulatur des Darms mehr oder weniger ausgeprägt, folglich kommt es bei manchen Frauen Obstipationsneigung. Umgekehrt ist die Anregung der Darmtätigkeit mit der Gefahr einer Auslösung von Wehen verbunden. Die Schwangerschaftsobstipation ist damit ein Problem nicht allein des Gastroenterologen sondern auch des Gynäkologen.

[bearbeiten] Neu aufgetretener Stuhlverhalt mit ernstem Hintergrund

Ein Stuhlverhalt, der neu auftritt, kann auch eine nicht so harmlose Ursache haben. Dann sind jedoch unter Umständen Vorboten da gewesen, die man nicht so recht als Krankheitszeichen gewertet hat und die ihre Bedeutung erst durch die nun aufgetretene Verstopfung bekommen. Oder es bestanden diskrete Symptome, die man glaubte nicht so wichtig nehmen zu müssen. Folgende Fragen sollten dazu beantwortet werden können:

War der Stuhl in letzter Zeit dünn, bleistiftförmig? Diese Frage zielt auf eine Einengung des Dickdarms im Enddarmbereich. Manchmal wird solch ein Stuhl besonders von älteren Menschen als angenehm empfunden, da er den Darmausgang nicht so dehnt. Aber in Wirklichkeit ist er vielleicht Vorbote und kann auf einen einengend wachsenden Darmkrebs hinweisen. Also: Veränderung der Stuhlform in Richtung dünn geformt sollten dem Arzt berichtet werden. Dies ist eine absolute Indikation zur Darmspiegelung.

MERKE

Eine neu sich entwickelnde Verstopfung im Zusammenhang mit bleistiftdünnem Stuhl und / oder Blutauflagerungen /Blutbeimengungen zum Stuhl sind durch eine Spiegelungsuntersuchung abzuklären, denn es besteht Krebsverdacht. Im Zusammenhang mit Schmerzen am Darmausgang können lokale Entzündungen eine Rolle spielen, die ohne Inspektion nicht erkannt und daher nicht adäquat behandelt werden können. Eine Verstopfung im Zusammenhang mit Bauchkrämpfen kann auf eine ernsthafte Verschlusssituation hindeuten. Ein Darmverschluss muss als Operationsindikation betrachtet werden.

Tut der Darmausgang beim Stuhlgang weh? Eine Schmerzhaftigkeit der Defäkation (Stuhlentleerung) führt reflektorisch zu einem Stuhlverhalt. Ursache ist meist eine Wunde, beispielsweise ein Riss der Schleimhaut des Analkanals. Solch eine Analfissur findet sich gehäuft bei schwerem Stuhlgang und straffem Verschlussmuskel. Oft wird dabei auch berichtet, dass Blutschlieren auf dem Stuhl erscheinen. Allerdings erschweren die heutigen Toiletten, in denen der Stuhl sofort im Wasser verschwindet, diese wichtige Beobachtung. Chronische Entzündungen können zu Verengungen im Darmausgangsbereich führen, die selbst wieder eine Entleerung behindern. Das kann durch eine direkte Inspektion bei einer Anoproktoskopie geklärt werden, wozu man sich aber erst einmal überwinden muss. Ihr Arzt wird Ihnen dann wahrscheinlich auch gleich eine höhere Darmspiegelung empfehlen, um auch höher gelegene Ursachen erkennen zu können.

Haben Sie vor oder während des Stuhlgangs Darmkrämpfe? Ist das der Fall, kommen ebenfalls Darmeinengungen in Betracht. Episoden dieser Art finden sich gelegentlich bei Patienten mit einer Darmabknickung an einer Verwachsung oder in einem Bruch (eingeklemmter Bruch), der meist leicht erkennbar ist, mit einem Morbus Crohn, mit sonstigen lokalen entzündlichen Prozessen oder mit einem einengenden (obstruierenden) Tumor. Seltene Ursachen wie eine Invagination oder ein Bezoar werden manchmal nicht gleich in die Differenzialdiagnose einbezogen und ergeben sich erst im Rahmen der in jedem Fall durchzuführenden bildgebenden Untersuchungen wie Sonographie und Röntgen. Manchmal hält der Stuhlverhalt so lange an, dass ein Darmverschluss droht (Subileus) oder entwickelt (Ileus). Solche Zustände sollten unbedingt in einer Klinik behandelt werden, da sie unter Umständen sofortige eingreifende (interventionelle) Maßnahmen erfordern. Wenn dann schon Erbrechen eingetreten ist, vielleicht mit verdaut oder fäkal riechendem Darminhalt, dann ist ein Ileus klinisch sicher.

[bearbeiten] Weitere Infos

  • Obstipation: Fachinformationen (für medizinisch Vorgebildete)






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