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Thrombozyten

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Thrombozyten ist der Fachbegriff für Blutplättchen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Abdichtung und Stillung einer Blutung bei Schädigung eines Blutgefäßes. Sie entstammen dem Knochenmark und stellen kleine Abschnürungen vom Zytoplasma der Knochenmarkriesenzellen (Megakaryozyten) dar und sind kernlos. Ihre mittlere Lebenszeit im Blut beträgt 10 Tage; d.h. etwa alle 10 Tage tauscht der Körper die Blutplättchen komplett aus.
In besonderen Krankheitsfällen kann die Funktion der Thrombozyten gestört sein, so dass ihre gefäßabdichtende und blutstillende Eigenschaft gestört ist - ganz unabhängig von ihrer Zahl im Blut. Beispiele ist das Willebrandt-Jürgens Syndrom und die Nierenvergiftung (Urämie). Auch lässt sich die Plättchenfunktion durch Medikamente, beispielsweise durch Aspirin (ASS) oder Clopidogrel, herabsetzen. Ziel ist es dabei, die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln und damit das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu senken.

Referenzbereich

Die Normbereiche variieren altersabhängig; im Kindesalter liegen sie höher als im Erwachsenenalter (/μl):

  • 5-15 Jahre: 250 - 440.000
  • Erwachsene: 150.000 – 380.000

Bitte beachten: die verschiedenen Labore geben unterschiedliche Normwerte an.

Erhöhte Werte

Erhöhte Thrombozytenwerte im Blut (Thrombozytose) finden sich bei

  • Tumoren: paraneoplastische Thrombozytose,
  • Entzündungen: para- oder postentzündliche Thrombozytose,
  • Erkrankungen des Knochenmarks: Beispiele sind die Polycythämia vera und die essentielle Thrombozythämie,
  • Zustand nach operativer Entfernung der Milz (Splenektomie).


Starke Erhöhungen führen zu Verdickung des Bluts mit erhöhter Neigung Blutgerinnsel zu bilden, die die Arterien und Venen verstopfen und damit u.a. zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können (Thrombose in Venen, Embolie in Arterien).


Erniedrigte Werte

Erniedrigte Thrombozytenwerte im Blut (Thrombozytopenie, Thrombopenie) finden sich bei

  • Autoimmunreaktionen gegen körpereigene Blutplättchen (das Immunsystem zerstört die eigenen Thrombozyten: Autoimmunthrombopenie),
  • Erkrankung des Knochenmarks,
  • Vergrößerung der Milz (Splenomegalie),
  • Vitamin B12 Mangel,
  • disseminierte intravasale Gerinnung (z. B. bei Sepsis),
  • seltene angeborene Erkrankungen v.a. bei Kindern (u.a. Morbus Gaucher, Wiskott-Aldrich Syndrom).


Eine starke Erniedrigung der Thrombozytenzahlen verhindern eine effektive Gerinnung des Bluts, was sich durch häufige blaue Flecken, kleine stecknadelkopfgroße Hautblutungen (petechiale Blutungen), Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder durch einen unbemerkten Blutverlust über den Darm mit Ausbildung einer Blutarmut (Anämie) bemerkbar machen kann.

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