Oberbauchbeschwerden

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Oberbauchbeschwerden, seien sie Schmerzen oder nur Missempfindungen, kommen häufig vor; im Oberbauch gibt es viele Organe, die Beschwerden bereiten können.

Wenn man von den einzelnen Organen ausgeht, können sie oft Beschwerden in mehreren Bereichen auslösen. Und umgekehrt, wenn man von der Beschwerdelokalisation ausgeht, so kommen mehrere Organe für Beschwerden dort in Frage. Ein schwieriges diagnostisches Unterfangen für Ihren Arzt. Er wird viele Informationen benötigen, um sich der wahren Ursache zu nähern, besonders da es in praktisch jedem Fall auch funktionelle Störungen gibt, die im Oberbauch zu renitenten Beschwerden führen und differenzialdiagnostisch in Betracht kommen können: die Dyspepsie, das Reizdarmsyndrom und eine Fehlfunktion des Gallenausgangs (Sphinkter-Oddi-Dyskinesie).

Im rechten Oberbauch – manchmal sagt man dazu auch „unter dem rechten Rippenbogen“ – befinden sich die Leber, die Gallenblase und ein Teil des Dickdarms. Aber auch Beschwerden, die von der rechten Niere, vom Magenausgang, dem Zwölffingerdarm oder dem Bauchspeicheldrüsenkopf ausgehen, können dort hin projiziert werden.

Im mittleren Oberbauch (medizinisch: Epigastrium) befinden sich die Leber, die Gallenwege, der Zwölffingerdarm, der Magen, Teile der Bauchspeicheldrüse und des Dickdarms.

Im linken Oberbauch, d. h. unter dem linken Rippenbogen, befinden sich der Magen, Teile des Dickdarms, der Schwanz der Bauchspeicheldrüse und ganz lateral die Milz. Auch Beschwerden, die von der linken Niere ausgehen, können sich in den linken Oberbauch projizieren.


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Inhaltsverzeichnis

Was für Magen oder Zwölffingerdarm spricht

Wenn es andere Begleitsymptome gibt, wie mangelnder Appetit, Völlegefühl, Übelkeit und Brechreiz, lassen sich mittlere oder linksseitige Oberbauchbeschwerden leicht auf den Magen beziehen; aber die Bauchspeicheldrüse käme auch noch in Frage. Wenn die Krankheitsvorgeschichte jedoch bereits ein Magen-oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkusleiden) oder eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) enthält, dann ist es zumindest sinnvoll, neuerliche rechtsseitige Oberbauchbeschwerden auf den Magen oder den Zwölffingerdarm zu beziehen. Aber sicher ist das nicht; Ihr Arzt wird nach weiteren Indizien suchen. Er wird etwa fragen:

Gibt es in der Familie Mitglieder, die an Magengeschwüren gelitten haben? Haben Sie selbst schon Geschwüre gehabt? Nehmen Sie Schmerz- oder Rheumamittel oder Blutverdünner wie ASS ein? Stehen Sie unter besonderem Stress?

MERKE

Bei rechtsseitigen oder mittleren Oberbauchschmerzen wird Ihr Arzt unter anderem An den Magen denken: Berichten Sie ihm in dieser Beziehung über eine familiäre Belastung mit Geschwüren, über Ihre eigenen früher durchgemachten Magenerkrankungen, über aktuell oder zum Zeitpunkt der Schmerzentstehung neu eingenommene Medikamente und über aktuellen Stress oder besondere Belastungssituationen.

Eine familiäre Häufung von Magengeschwüren bedeutet nämlich ein erhöhtes Risiko für alle anderen Blutsverwandten, ein Geschwür zu bekommen. Stress, besonders wenn er psychisch belastend ist, kann ein auslösender Faktor sein. Medikamente können eine Magenschleimhautentzündung oder gar Geschwüre auslösen. Dazu zählt in erster Linie Acetylsalicylsäure (ASS), das zur Gerinnungsvorbeugung zur Verringerung des Herzinfarkt- und Schlaganfallsrisikos breit eingesetzt wird. Auch an jedes Rheumamittel muss gedacht werden, vor allem die so genannten „nichtsteroidalen Antirheumatika“ (NSAR) wie z. B. Ibuprophen, Indomethacin, Diclofenac oder Piroxicam, die auch zur allgemeinen Entzündungshemmung eingesetzt werden. Über die mögliche Magenunverträglichkeit wird Sie Ihr behandelnder Arzt aufklären. Je nach Empfindlichkeit wird er sowieso schon vorbeugend ein Magenschutzpräparat verordnen. Aber manchmal werden solche Medikamente auch in Selbstmedikation eingenommen, so dass der Arzt aus seiner eigenen Verordnung beim Blick in Ihre Akte so etwas nicht erkennen kann. Zudem haben manche Patienten auch andere Fachärzte, die Verordnungen ausstellen, von denen der Hausarzt nichts weiß. Ziel aller Fragen ist es, schließlich zur Einschätzung zu gelangen: bei den angegebenen Beschwerden kommt der Magen ganz vorrangig, oder nur in zweiter Linie oder eher nicht in Frage. Die Konsequenz ist die Auswahl der weiteren diagnostischen Maßnahmen und die Dringlichkeit, mit der sie durchgeführt werden sollten. Tritt der Magen als Verursacher in den Vordergrund, würde beispielsweise sicher eine Spiegelung (Gastroskopie) angeraten werden und sofort weiterführen: denn ein Geschwür, eine Magenschleimhautentzündung oder eine Tumorbildung sind direkt erkennbar. Und bei einer Gastroskopie sind auch Gewebeproben für mikroskopische Untersuchungen zu erhalten.

Mehr zur Magenschleimhautentzündung siehe hier.

Was für die Leber spricht

Die Leber ist wie alle anderen Bauchorgane eine mögliche Schmerzursache. Schmerzhaft ist nicht das Lebergewebe sondern der Bauchfellüberzug (Peritoneum auf der Leber, Leberkapsel). Sie schmerzt dann, wenn eine Reizung vorliegt, beispielsweise durch eine Entzündung oder durch toxische Substanzen, wie die die Galle darstellt, oder durch eine akute (nicht durch eine langsame) Dehnung. Gehen wir die einzelnen Möglichkeiten nacheinander durch.

Zuerst zur Entzündung. In der Leber können verschiedene rasch aufflammende Entzündungen zu einer Kapselspannung und damit zu Schmerz führen. Die häufigsten und wichtigsten seien hier angeführt:

1. Die akute Hepatitis:

Sie wird oft durch eine Gelbsucht mit dunklerem Urin und hellerem Stuhl auffällig und muss nicht wehtun. Je nach Heftigkeit der Reaktion kann aber ein Kapselspannungsschmerz auftreten. Denkt man in diese Richtung, muss nach möglichen Infektionsquellen gefragt werden:

MERKE

Die Leber tut weh, wenn sie sich rasch – meist im Rahmen einer akuten Entzündung – vergrößert. Von Interesse ist alles, was eine akute Leberentzündung (Hepatitis) ins Blickfeld rücken kann, wie Risiken für eine Hepatitisinfektion oder eine bakterielle Entzündung der kleinen Gallenwege (Cholangitis).

"Bluttransfusion in den letzten Wochen bis Monaten?"

Über eine Bluttransfusion könnte ein Hepatitisvirus übertragen worden sein (heute bei uns sehr selten!).

"Gelenkbeschwerden in den letzten Wochen?"

Die Oberbauchbeschwerden könnten Vorboten (Prodromi) der Hepatitis gewesen sein.

"Häufig wechselnder Geschlechtskontakt?" Promiskuität fördert die Ausbreitung von Sexualkrankheiten, so auch der infektiösen Hepatitis.

"Arbeit in Einrichtungen, die für ein erhöhtes Infektionsrisiko bekannt sind, wie Kinderkrippen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Gefängnissen?"

Dort ist das Risiko für eine Hepatitisinfektion, vor allem für die Hepatitis A und Hepatitis B, etwas erhöht. Keine Antwort für sich beweist eine Infektion, aber die weiterführenden diagnostischen, hygienischen und therapeutischen Maßnahmen hängen von der Wahrscheinlichkeit ab, mit der eine Hepatitis wahrscheinlich gemacht werden kann.

2. Die akute Gallenwegsentzündung

Auf die Gallenwegsentzündung (Cholangitis) wird unten genauer eingegangen. Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektion mit oft rascher und heftiger Entzündung. Sie führt zu einer Leberschwellung, die in der Regel rascher zustande kommt als bei einer Hepatitis und auch zu heftigeren Beschwerden führen kann.

Was für Gallensteine spricht

Die Gallenwege sammeln und transportieren die in der Leber gebildete Galle in der Dünndarm. Im Nebenschluss liegt die Gallenblase. Sie ist ein Zwischenspeicher, der die Galle sammelt, wenn sie im Darm nicht gebraucht wird, also zwischen den Mahlzeiten; sie entleert sich bei Bedarf, als wenn Galle bei der Verdauung benötigt wird. Wenn dann aber ein Hindernis vorliegt, dann kommt es zu einer Kolik, stärksten krampfartigen Schmerzen im rechten und mittleren Oberbauch, manchmal mit Ausstrahlung in den Rücken und die rechte Schulter. Schmerzen dieser Art, die typischerweise in der Folge fettreicher Mahlzeiten auftreten, lassen an Gallensteine und eine Gallensteinkolik denken. Möchten Sie also wissen, ob Beschwerden im mittleren und rechten Oberbauch durch Gallensteine bedingt sein können, fragen Sie sich gleich:

"Sind Gallensteine bei Ihnen schon bekannt?" Manchmal sind sie im Rahmen der Abklärung nach einer früher durchgemachten Kolik entdeckt worden, manchmal rein zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchs. Hatten Sie schon einmal eine Kolik, dann können Sie natürlich gleich den Vergleich ziehen. Vielleicht können Sie sagen: genau so war es damals, als ich die Gallenkolik hatte. Wer noch keine Kolik hatte und nicht weiß, was eine Kolik ist, dem kann man mit folgenden Fragen weiter helfen:

"Sind Sie übergewichtig? Sind Sie derzeit in deiner Phase der Gewichtsreduktion? Gibt es unter den Blutsverwandten jemanden mit Gallensteinleiden?

Denn solche Bedingungen steigern neben dem Alter das Risiko für Gallensteine am meisten. Ist das Risiko erhöht, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die berichteten Beschwerden einer Gallenkolik entsprachen. Wenn dann noch die Frage

"War kurz nach dem Schmerz der Stuhl heller und der Urin dunkler als normal?"

bejaht werden kann, dann ist es schon sehr wahrscheinlich, dass die Beschwerden durch ein Gallensteinleiden verursacht wurden.

Mehr zu Gallensteinen siehe hier.

Was für eine Gallenwegsentzündung spricht

MERKE

Die folgende Konstellation führt in die Richtung eine Entzündung der Gallenwege (Cholangitis): lang anhaltende Beschwerden im rechten Oberbauch, oft begleitet von dunklem Urin und hellem Stuhl. Informationen, die auf Gallensteine hindeuten, und solche über früher abgelaufenen Gallenwegsentzündungen, eine durchgeführte endoskopische Manipulation am Gallenausführgang (Papillotomie oder Stentbehandlung) oder eine schleichende Gallenwegsentzündung im Sinne einer "PSC" erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine akute Cholangitis vorliegt.

Bei Beschwerden im rechten Oberbauch muss auch an eine Gallenwegsentzündung (Cholangitis) gedacht werden. Die erste Frage betrifft die Dauer der Beschwerden: sie sind lang anhaltend und nicht nach wenigen Stunden vorbei. Da eine Cholangitis oft durch Gallensteine oder durch einen undichten Verschlussmechanismus zum Zwölffingerdarm hin (z. B. nach einer ERCP mit endoskopischer Schlitzung der Papille) ausgelöst wird, hilft die Beantwortung folgender Fragen:

"Sind Gallensteine bekannt? Begannen die Beschwerden mit einer Kolik? Ist früher am Gallenausführgang etwas operiert oder endoskopisch verändert worden, wurde eine Papillotomie durchgeführt oder ein Drainageröhrchen (Stent) eingelegt?"

Alle diese Bedingungen können zu einer akuten Cholangitis prädisponieren. Eine seltene Gallenwegskrankheit, die Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC), hat häufig eine akute Cholangitis als Komplikation. Patienten mit dieser Krankheit wissen das. Sie sollten ihrem behandelnden Arzt sofort davon berichten.

Mehr zur Gallenwegsentzündung siehe hier.

Was für die Bauchspeicheldrüse spricht

Meist sind Beschwerden, die von der Bauchspeicheldrüse ausgehen, im mittleren oder / und linken Oberbauch gelegen. Bereits diese Lokalisationsangaben können den Blick auf die Bauchspeicheldrüse lenken, aber eben auch auf viele andere Organe. Anatomische und funktionelle Zusammenhänge bei der Bauchspeicheldrüse führen zu ganz speziellen Fragen, die die Sicht fokussieren helfen, so zum Beispiel:

"Ist der Stuhlgang farblich verändert? Ist der Urin verfärbt? Ist Ihnen aufgefallen, dass die Augen etwas gelblich sind?"

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bildet ein Sekret, das in den Zwölffingerdarm abgegeben wird und bei der Verdauung insbesondere von Fetten hilft. Der Ausführgang mündet mit dem Gallengang gemeinsam. Die anatomische Beziehung zwischen Bauchspeicheldrüse und Gallengang kann dazu führen, dass eine entzündliche oder tumoröse Schwellung des Bauchspeicheldrüsenkopfes den Gallengang abdrücken kann, so dass die Galle gestaut wird (Cholestase) und eine Gelbsucht (Ikterus) hervorruft. Ein Ikterus ist damit nicht nur ein Zeichen für eine Erkrankung der Leber oder des Gallenwegssystems, sondern kann auch auf eine Bauchspeicheldrüsenkrankheit hindeuten. Wenn er zusammen mit Beschwerden im rechten Oberbauch vorkommt, ist die Bauchspeicheldrüse nicht primär im Visier. Sie ist es aber, wenn die Beschwerden im mittleren und linken Oberbauch auftreten. Achten Sie also bei linksseitigen oder mittigen Oberbauchschmerzen auf Zeichen eines Gallerückstaus: dunkler Urin, heller Stuhl und Gelbfärbung der Haut oder auch nur der Augen (Sklerenikterus).

"Sind Ihre Beschwerden abhängig von der Essensaufnahme?"

Jede Entzündung führt zu einer Weichteilschwellung, das ist auch bei der Bauchspeicheldrüse so. Und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) tut arg weh! Da jede Mahlzeit den Schmerz verstärken kann, vermeidet der Patient das Essen vielfach schon von sich aus. Aber Schmerzvermeidung ist auch charakteristisch für eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder ein Geschwür (Ulkus). Außerdem kann bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auch eine Gastritis oder ein Ulkus vorliegen, so dass die Beschwerden gar nicht so selten eine gemischte Ursache haben. Ihr Arzt wird daher wahrscheinlich auch dann, wenn sich die Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Laborwerte (Lipase), Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder ggf. auch Computertomographie bestätigt, Ihren Magen im Gedächtnis behalten. Sollten Ihre Beschwerden nämlich trotz Besserung der Bauchspeicheldrüsenbefunde nicht adäquat ebenfalls besser werden, wird er sicher eine Magenspiegelung (Gastroskopie) empfehlen.

"Haben Sie früher bereits etwas an der Bauchspeicheldrüse gehabt?"

Wer bereits früher eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatte, ist gefährdet, wieder eine zu bekommen. Insbesondere chronische Veränderungen mit vielleicht schon unregelmäßigem, vernarbtem Ausführgangsystem oder gar kleinen Selbstverdauungshöhlen (Pseudozysten) neigen zu wiederholten Entzündungen (Rezidiven). In der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) erkennt man dann eine unruhige Struktur des Organs, bei ausgeprägten chronischen Veränderungen auch Verkalkungen oder Zysten.

Mehr zur Bauchspeicheldrüsenentzündung siehe hier.

Durch Gallensteine ausgelöste Pankreatitis

Die meisten Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) werden durch entweder Alkohol oder Gallensteine ausgelöst, seltener durch andere Ursachen (siehe unter Pankreatitis). Wenn Alkohol eine Rolle spielt, kommen leichter chronische Veränderungen zustande. Pankreatitiden, die durch Gallensteine ausgelöst werden, flammen meist auf und verschwinden zum Glück wieder völlig; sie gehen in der Regel nicht in eine chronische schwelende Entzündung über. Im akuten Stadium kann sich allerdings durch Selbstverdauung eine Verdauungshöhle bilden, die ebenfalls einen chronischen Verlauf verursacht.

"Wie begannen Ihre Beschwerden? Begannen sie mit einer rechtsseitigen Kolik? Und haben sich die Schmerzen dann anschließend in die Mitte oder nach links verlagert?"

Wenn Sie dies bejahen können, denkt Ihr Arzt sicher gleich an die Möglichkeit einer Pankreatitis, die durch den Abgang eines kleinen Gallensteins bedingt ist! Aber dazu gehört eine genaue Selbstbeobachtung: sollte Ihnen so etwas widerfahren sein, erzählen Sie es ganz differenziert Ihrem Arzt. Der erste kolikartige Schmerz war dann nämlich durch die Gallensteineinklemmung im Ausführgang (der ja durch die Bauchspeicheldrüse zieht) bedingt, und der lang anhaltende nachfolgende Schmerz im mittleren und linken Oberbauch ist Auswirkung der dadurch ausgelösten Pankreatitis. Konsequenz wäre dann eine endoskopische Untersuchung der Gallenwege durch eine "ERC" (endoskopische Untersuchung der Gallenwege) mit der Möglichkeit, gleich eine Erweiterung des Ausführgangs (Papillotomie) durchzuführen, damit sich nicht noch einmal solch ein Steinchen dort verklemmen kann. Bedenken Sie bitte, dass Sie den Begriff „Kolik“ richtig verwenden sollten, damit Ihr Arzt auch genau weiß, was Sie meinen: plötzlich aus heiterem Himmel einsetzende heftigste krampfartige Schmerzen im rechten bis mittleren Oberbauch, bei denen Sie mit der Hand den Bauch leicht eindrücken können ohne den Schmerz zu verstärken.

Mehr zum Gallensteinleiden siehe hier.

Durch Alkohol ausgelöste Pankreatitis

Alkohol ist neben Gallensteinen die häufigste Ursache einer Pankreatitis. Wenn also eine Pankreatitis ins Blickfeld gerät, beispielsweise durch lang anhaltende, heftige Beschwerden im mittleren und linken Oberbauch, begleitet von Übelkeit und einer gewissen reglosen Abwehrstellung im Bett, dann ist die Frage berechtigt:

"Trinken Sie Alkohol?" "Wie viel und seit wann trinken Sie?"

Wenn Sie ehrlich sind und angeben, was und wie viel Sie wirklich trinken, dann kann sich Ihr Arzt leichter ein Bild davon machen, ob Alkohol eine Rolle für die Entstehung einer ja erst einmal zur Diskussion stehenden Pankreatitis spielen könnte. Ist der Alkoholgenuss nur sporadisch und gering, wird er wohl nicht als Ursache in Frage kommen, obwohl es Menschen gibt, die in dieser Beziehung sehr empfindlich reagieren, und bei denen schon geringe Mengen eine Pankreatitis auslösen können. Bedenken Sie, dass Ihr Arzt wahrscheinlich viel Erfahrung mit Menschen hat, die bei der Frage nach Alkohol angeben „gelegentlich und nicht mehr als jeder andere auch“ oder einfach nur „nicht viel“, was mit der Wirklichkeit eines exzessiven Gewohnheitstrinkens nicht viel zu tun hat. Er wird Ihnen daher unter Umständen skeptisch zuhören und nicht alles für bare Münze nehmen, was Sie in dieser Beziehung sagen. Wer ein Alkoholproblem hat, sollte ihn spätestens an dieser Stelle ins Vertrauen ziehen und Rat suchen. Wer nicht abhängig ist und eher gesellschaftlichem oder beruflichem Brauch entsprechend trinkt, kann das ohne Probleme auch zugeben. Im Falle einer alkoholbedingten Pankreatitis ist der absolute Alkoholverzicht unumgänglich, will man die Chance einer Ausheilung oder zumindest einer Vermeidung neuerlicher Schübe wahren.

MERKE

Zur Klärung der Frage, ob die Bauchspeicheldrüse Ursache der Beschwerden sein kann, sind einige Mosaiksteine erforderlich: eine eventuelle familiäre Belastung und die eigene Vorgeschichte bezüglich Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Gallensteinen, der Alkoholgenuss, der genaue Beginn der Beschwerden (plötzlich, rasch oder allmählich), die vermutliche Auslösung (aktueller Alkoholgenuss, fette Speise, ein Medikament). Zu diesen Punkten sollten Sie Ihrem Arzt Auskunft geben können.

"Wodurch könnten die Beschwerden ausgelöst worden sein? Aktueller Alkoholgenuss? Fette Speisen? Medikamente?"

Die aktuelle Auslösung ist nicht immer genau zu eruieren. Manchmal kann der Patient genau sagen, „gestern war ich auf einer Feier, und da habe ich etwas gesündigt“ (was übersetzt Alkoholgenuss bedeutet), oder „es war die Schweinshaxe“, oder „seit ich das neue Medikament genommen habe.“ Im Zusammenhang mit der Vorgeschichte bereits durchgemachter Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder einer familiären Belastung (Blutsverwandte mit Pankreatitiden) lassen solche Angaben auf eine Pankreatitis schließen.

"Gibt es in Ihrer Blutsverwandtschaft Menschen mit Bauchspeicheldrüsenentzündungen?"

Die Schlussfolgerung im gegebenen Fall heißt nicht unbedingt, dass man eine erbliche Veranlagung zu einer Pankreatitis haben muss. In der Familie können sich auch beispielsweise Alkoholkranke häufen. Aber es können tatsächlich auch genetische Veranlagungen vorliegen. Eine genetische Veranlagung wird wahrscheinlicher, wenn bei diesen Menschen Alkohol und Gallensteine keine Rolle spielt. Wenn Bei Ihnen unerklärte rechtsseitige oder mittige Oberbauchbeschwerden vorliegen, dann wäre es sinnvoll, unter dem Blickwinkel einer möglichen Pankreatitis nachzuforschen, ob in Ihrer Familie Mitglieder an einer ebenfalls unerklärten Pankreatitis leiden oder gelitten haben. Solche Zusammenhänge sind sehr selten, aber es gibt sie.

Mehr zur Schädigung des Körpers durch Alkohol siehe hier.

Was für den Dickdarm spricht

MERKE

Wenn Oberbauchbeschwerden vorliegen, die im Zusammenhang mit Blähungen stehen, kann der Dickdarm an ihnen beteiligt sein.

Beschwerden im Oberbauch sind oft nicht einfach einem Organ zuzuordnen. Der medizinische Laie spricht von Magenschmerzen, weil er seine Beschwerden in der Magengegend verspürt, oder von Gallenkoliken, weil sie in der Gallenblasengegend auftraten. Aber den Dickdarm (Kolon) vergisst man gerne. Vielleicht ist sein genauer Verlauf nicht so genau bekannt. Aber er verläuft im Bereich der rechten und linken Flexur und des Transversums auch genau dort, wo der Magen, die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse und die Milz liegen. Was also ist das Besondere, das unseren Blick auf den Dickdarm lenken kann, wenn Oberbauchbeschwerden vorliegen?

Fragen Sie sich Folgendes:

"Welcher Art sind die Beschwerden: kurz, hell, spitz? Eher wie ein Pieken, wie eine Kolik, wie ein Krampf?"

Das wäre eher typisch für eine Dickdarmursache als ein dumpfer Dauerschmerz. Aber es müssen noch andere Symptome hinzukommen, wenn wir etwas sicherer werden wollen:

"Treten die Beschwerden besonders nachts auf? Oft beim langen Sitzen in abgeknickter Stellung, beim Autofahren, im Flugzeug?" "Bessern sich die Beschwerden, wenn Sie sich bewegen können?"

Gefangene Luft in abgeknickten Darmschlingen wäre möglich. Sie führt zu kurzzeitiger starker Dehnung der Darmwand, was weh tut. Und dies kann im gesamten Dickdarmverlauf auftreten.

"Bessern sich die Beschwerden, wenn sie Darmgase ablassen können?" Das wäre schon ein ziemlich sicherer Hinweis darauf, dass das Kolon eine entscheidende Rolle bei den Schmerzen spielt. Das ist im Kapitel über "Blähungen" weiter ausgeführt. Wenn Stuhlunregelmäßigkeiten im Rahmen der Oberbauchbeschwerden aufgetreten sind, werden unter diesem Stichwort weitere Tipps zu finden sein.

Mehr zu Blähungsbeschwerden siehe hier.

Was noch von Bedeutung ist

Neu: Testen Sie eDOC Bauchschmerzen: Was der Arzt dazu fragen würde, was Sie antworten könnten, was Ihre Antworten bedeuten.


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