Niereninsuffizienz

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Niereninsuffizienz bedeutet unzureichende Funktion der Nieren. Sie wird meist bei einer Routine-Blutuntersuchung erkannt, bei der Creatinin meist mitbestimmt wird. Eine Erhöhung besagt allerdings, dass die Nierenfunktion bereits über 50% eingeschränkt ist. Ein früherer Nachweis gelingt durch die Bestimmung der Creatinin-Clearance oder des Cystatin C.

Welche Ursachen in Frage kommen

Als Ursachen einer Niereninsuffizienz werden unterschieden:

  • "prärenales Nierenversagen": Ursache ist ein Flüssigkeitsmangel (Volumenmangel im Blutgefäßsystem), der meist durch eine Austrocknung (Exsikkose) oder seltener einen starken Blutverlust bedingt ist. Auch kann eine Narbenleber (Leberzirrhose) mit Bauchwassersucht (Aszites) über diesen Weg zu einem Nierenversagen führen, was als "hepatorenales Syndrom" bezeichnet wird.
  • "renales Nierenversagen": hier liegt eine Nierenerkrankung vor, beispielsweise eine Nierenentzündung (Pyelonephritis, Glomerulonephritis). Auch können Medikamente wie Kopfschmerz- und Rheumamittel sowie Röntgenkontrastmittel zu einer schwerwiegenden Funktionsstörung der Nieren führen. Bei chronischen Leberkrankheiten und der Zuckerkrankheit kommt es gelegentlich ebenfalls zu einer Verminderung der Nierenfunktion durch eine begleitende Glomerulonephritis.
  • "postrenales Nierenversagen": hierbei führt ein Abflusshindernis in den ableitenden Harnwegen zu einem Harnstau, der in die Nieren zurück reicht und eine Behinderung einer weiteren Urinproduktion bewirkt. Ursache ist häufig ein Nierenstein (Urolithiasis), der aus dem Nierenbecken abgegangen und in einem Harnleiter stecken geblieben ist und dort zu einem Verschluss führt. Seltener liegt ein Tumor vor (z. B. Krebs eines Harnleiters (Urothelkarzinom) oder ein vorwachsender Tumor eines Nachbarorgans).

Wie eine Niereninsuffizienz behandelt wird

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

  • Wenn bei Austrocknung des Körpers ein Volumenmangel die Ursache ist, hilft Flüssigkeitszufuhr, unter Umständen als Infusionen, rasch zu einer Normalisierung.
  • Bei einer Nierenerkrankung sind wieder verschiedene Ursachen zu berücksichtigen.
    • Bei einem Morbus Wegener wird durch die Therapie das Immunsystsem beeinflusst,
    • bei einer bakteriellen Entzündung wird eine Antibiotische Behandlung durchgeführt.
  • Liegt ein postrenales Abflusshindernis vor, so wird der Abfluss wieder hergestellt,
    • beispielsweise durch Entfernung eines Harnleitersteins oder
    • durch die Überbrückung einer Tumoreinengung durch einen Katheter.

Bei sehr hohen Retentionsparametern, d.h. bei sehr hohem Creatinin-Wert, muss gelegentlich eine Dialyse (Blutwäsche) durchgeführt werden. Dabei wird das Blut in einem Apparat außerhalb des Körpers von Abfallstoffen (Stoffwechselendprodukten) gereinigt. Diese Methode bessert die Symptome der Nierenvergiftung, bessert jedoch nicht die Ursache. Gelegentlich überbrückt eine Dialyse jedoch eine kritische Krankheitsphase bis zu Besserung der Nierenerkrankung; manchmal muss sie jedoch auch dauerhaft eingesetzt werden.

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