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Leberzirrhose

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Die Leberzirrhose ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, die durch eine allmählich zunehmende Vernarbung der gesamten Leber gekennzeichnet ist.

Inhaltsverzeichnis

Welche Ursachen in Frage kommen

Bei der Behandlung der Leberzirrhose ist meist die Ursache mit zu berücksichtigen. Daher geht die Diagnostik meist über die einfache Feststellung der Leberzirrhose hinaus. Als wichtige Ursachen kommen in Frage:

  • Alkohol (Alkoholabusus, alkoholtoxischer Leberschaden),
  • chronische Hepatitis
    • Hepatitis B mit chronischem Verlauf,
    • Hepatitis C mit chronischem Verlauf,
    • Autoimmunhepatitis,
    • Entzündung in einer Fettleber, nichtalkoholische Fettleberhepatitis (NASH),
  • Primär biliäre Zirrhose (PBC),
  • Primär sklerosierende Cholangitis (PSC),
  • Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose),
  • Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson),
  • Stoffwechselkrankheiten (wie z. B. alpha-1-Antitrypsin-Mangel),
  • chronische Blutstauung bei ausgeprägter Rechtsherzschwäche,
  • Bilharziose (Schistosomiasis).

Wenn solche Vorbedingungen (s. o.) vorliegen, ist immer daran zu denken, dass sich eine Leberzirrhose entwickelt haben könnte.

Woran man die Krankheit erkennt

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Leberzirrhose hindeuten.


Zeichen mit stärkerer Hinweiskraft

Folgende Zeichen können schon für sich genommen, besonders aber in Kenntnis einer der o. g. Ursachen, auf das Vorliegen einer Leberzirrhose hindeuten. Die ersten vier der aufgeführten Merkmale werden als Leberhautzeichen zusammengefasst.

  • besonders gerötete Handballen und Handinnenflächen (Palmarerythem),
  • weißliche Fingernägel (Weißnägel),
  • spinnenartige kleine Blutgefäßchen auf der Haut besonders am Halsausschnitt (Spider Nävi),
  • besonders rote Lippen und Zunge (Lacklippen, Lackzunge),
  • ein praller schwerer Bauch mit Flüssigkeit (Aszites) und
  • dick gefüllte Adern auf der Bauchhaut als Zeichen eines Umgehungskreislaufs um die Leber.

Zeichen mit schwächerer Hinweiskraft

Schwächere Anzeichen für eine Leberzirrhose sind in der Regel erst dann zu verwerten, wenn sie in typischen Kombinationen mit anderen Symptomen oder Informationen aus der Vorgeschichte zusammen vorkommen, die auch auf eine Lebererkrankung hindeuten. Beispiele:

  • Gynäkomastie: dies ist die Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann. Sie ist vieldeutig, kann aber, wenn langdauernder vermehrter Alkoholgenuss vorliegt, ein Hinweis auf eine Leberzirrhose sein.
  • Dupuyren´sche Kontraktur: dies ist eine narbige Schrumpfung der Handinnenfläche (Palmaraponeurose), die gehäuft bei einer Leberzirrhose vorkommt. Auch hier sollte man weitere Vorbedingen für die Entstehung einer solchen Leberkrankheit forschen.
  • Weißliche leicht erhabene Flecken um die Augen oder an den Lidrändern: sie sind als "Xanthelasmen" bekannt und deuten auf eine Fettstoffwechselstörung. Bei Frauen mittleren Alters, die gleichzeitig Juckreiz am gesamten Körper und eine unerklärliche Abgeschlagenheit verspüren, können sie Hinweis auf eine Primär biliäre Zirrhose (PBC) sein.
  • Kratzzeichen am gesamten Körper: er deutet auf einen Ganzkörperjuckreiz hin, wie er bei einer Primär Biliären Zirrhose vorkommt. Wenn zudem andere Zeichen zu finden sind, die zu dieser Diagnose passen, wie die oben erwähnten Xanthelasmen oder ein ausgeprägter Juckreiz, so kann man bei Frauen mittleren Alters an das Vorliegen einer Leberzirrhose im Sinne einer PBC denken.

Welche Komplikationen auftreten können

Bei einer Leberzirrhose können Krankheitszeichen auftreten, die von ihren Auswirkungen auf den Körper oder auf bestimmte Organe oder von ihren Komplikationen herrühren. Zeichen, die häufig bei ihr auftreten, aber nicht sehr spezifisch sind, sind folgende:

  • vermehrte Müdigkeit und Konzentrationsschwäche,
  • Abnahme der Gehirnleistung (beim Rechnen gut erkennbar),
  • Blutungsneigung (z. B. Blutunterlaufungen der Haut),
  • Blutung in Speiseröhre und Magen,
  • Gelbsucht (Ikterus) in fortgeschrittenem Stadium,
  • Juckreiz am gesamten Körper (besonders bei der PBC),
  • Wasseransammlungen in den Beinen und später im gesamten Körper (Ödeme) als Ausdruck einer zunehmenden Stoffwechselstörung der Leber.

Diese Symptome können zusammen mit anderen Hinweiszeichen auch für diagnostische Überlegenungen herangezogen werden.

Wie der Verlauf der Leberzirrhose ist

Die Entwicklung einer narbigen Umformung der Leber ist schwer genau zu verfolgen. In den Anfangsstadien lässt sich sie sich am besten über wiederholte Gewebeproben abschätzen, die unter dem Mikroskop bezüglich sich entwickelnder Narbenzüge (Leberfibrose) beurteilt werden. Methoden, die auf eine Entnahme von Gewebeproben verzichten, sind in Entwicklung und geben beispielsweise über die Bestimmung der Verformbarkeit des Organs schon recht gute Aussagen.

Auch der Verlauf einer bereits entstandenen Leberzirrhose ist nicht immer vorhersehbar. Eine Zirrhose kann über viele Jahre stabil bleiben und keine wesentlichen Beschwerden verursachen. Manchmal besteht allerdings eine vermehrte Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Es können aber auch Komplikationen eintreten, die dann das klinische Bild und die Beschwerden bestimmen:

  • Die Stoffwechselfunktion der Leber kann sich verringern, was sich in einer Einschränkung der Bildung von Bluteiweißen und einer mangelhaften Entgiftungsfunktion niederschlägt. Besonders hervorzuheben ist ein Mangel an Albumin, der sich in einer Neigung zu Wassereinlagerungen ins Gewebe (Ödeme) und in die Bauchhöhle (Aszites) bemerkbar macht. Ein Mangel an Gerinnungsfaktoren kann durch eine Blutungsneigung (z. B. Blutunterlaufungen der Haut) sichtbar werden. Medikamente können unerwartet lang wirken (z. B. Schlafmittel). Die Gehirnleistung kann als Folge mangelhafter Entgiftungsfunktion abnehmen (hepatische Enzephalopathie), was durch einen Rechentest leicht geprüft werden kann.
  • Die Ausscheidungsfunktion nimmt ab, dann bleiben die Substanzen, die normalerweise in die Galle transportiert werden, im Körper zurück. Folge sind eine Gelbsucht (Ikterus) und eine Verdauungsstörung von Fett, wenn auch Galle im Darm mangelt. Zu den komplexen Folgen zählt der Juckreiz, der dann manchmal (besonders bei der PBC) stark quält.
  • Durch die Verhärtung der Leber wird dem Blut, das von der Pfortader durch die Leber strömen muss, ein zu hoher Widerstand entgegen gesetzt: es staut sich in den Adern vor der Leber, das heißt im Verdauungstrakt, und sucht sich eine Umgehung. Ein oft sich eröffnender Umgehungsweg führt unter der Schleimhaut der Speiseröhre entlang; es kommt dort zu Krampfadern (Ösophagusvarizen), die unter ungünstigen Bedingungen platzen und lebensbedrohlich bluten können.

Wie die Leberzirrhose behandelt wird

Bisher gibt es keine Behandlung, durch die die narbige Umwandlung der Leber rückgängig gemacht werden kann. Die Behandlung richtet sich vorwiegend nach der Ursache und nach den Komplikationen. Beispielsweise kann bei einer [Virushepatitis eine antivirale Therapie in Frage kommen, um das Risiko eines Leberkrebses (HCC) zu vermindern. Wenn Bauchwassersucht vorliegt, so wird eine ausschwemmende Behandlung angesetzt. Oder blutende Ösophagusvarizen werden durch Gummibänder unterbunden.

Was Sie zur Behandlung beitragen können

  • Wenn eine Leberzirrhose mit der Neigung zu Wasseransammlungen (Aszites, Ödeme) vorliegt, ist eine Einschränkung der Trinkmenge auf etwa 1,5 Liter täglich oft sinnvoll. Das sollte Ihr Arzt entscheiden.
  • Auch sollten Sie in diesem Fall so salzarm wie möglich essen und die Speisen nicht zusätzlich salzen.
  • Alkohol ist vollständig zu meiden, nicht nur dann, wenn er als Ursache der Leberzirrhose anzusehen ist. Auch eine zirrhotische Leber aus anderer Ursache, z. B. bei chronischer Hepatitis C, sollte nicht mit Alkohol belastet werden!
  • Unnötige Medikamente sind ebenfalls zu vermeiden.
  • Solange die zirrhotische Leber noch eine gute Stoffwechselfunktion besitzt, sollte auf eine ausgewogene fettarme Ernährung mit genügend Eiweiß (mindestens 60 g/Tag) geachtet werden, damit Körpergewicht und besonders die Muskelmasse nicht abnehmen. Es muss auf eine genügende Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen geachtet werden.
  • Allerdings kann es bei Entwicklung einer Hirnleistungsschwäche (hepatische Enzephalopathie) notwendig werden, die Diät hinsichtlich Eiweißzufuhr vorübergehend umzustellen und Quark, Joghurt, Fisch und Fleisch einzuschränken. Das muss der Arzt leiten und ggf. medikamentös begleiten.

Wie Sie sich auf den Arztbesuch vorbereiten

Am besten ist es, wenn Sie strukturiert vorgehen: Sie sollten zu folgenden Punkten etwas sagen können:

  • Haben Sie Beschwerden? Wenn ja welche? Sind sie abhängig von den Mahlzeiten? Treten sie in gewissem Abstand auf? Sofort? Etwa nach 15 oder 20 Minuten oder später?
  • Haben Sie Juckreiz?
  • Gelenkbeschwerden?
  • Verspüren Sie Abgeschlagenheit? Wie hat sie sich in letzter Zeit entwickelt?
  • Welche Medikamente nehmen Sie und wie haben sie geholfen?
  • Wie ist Ihre Gewichtsentwicklung? Z. B. „gleich geblieben bei …kg“ oder „5 kg abgenommen in den letzten 4 Monaten“
  • Wie ist Ihr Appetit? Z. B. gut, mäßig, schlecht. Haben Sie Abneigungen? Z. B. Aversion gegen alles oder gegen Fettes etc. Was vertragen sie nicht?
  • Wie ernähren Sie sich? Z. B. genügend Obst und Gemüse? Eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Geflügelfleisch, Fisch, Quark?
  • Wie ist der Stuhlgang? Z. B. normal, zu häufig, zu fettig, zu breiig, übelriechend etc. Hatten Sie in der Zwischenzeit Phasen mit hellerem Stuhl und dunklerem Urin?
  • Hatten Sie in der Zwischenzeit Fieber?

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