Krankheiten mit Kopfschmerzen als Symptom
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Wenn Kopfschmerzen vorliegen, können die unten aufgeführten Krankheiten als Ursache in Frage kommen. Um die wahrscheinlichste herauszufinden, muss eine gute Anamnese (Krankengeschichte) erhoben werden. Die dazu nötigen Fragen finden Sie hier.
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[bearbeiten] Banale und nichtbanale Kopfschmerzen
Manche Kopfschmerzen sind zum Glück harmlos. Wenn sie beispielsweise nach Überstehen eines Infekts verschwunden sind, oder wenn man lediglich ein Medikament (beispielsweise ein Nitrat) abzusetzen braucht, um kopfschmerzfrei zu werden, dann kann man die Episoden rasch vergessen. Einige wichtige Kopfschmerzursachen dagegen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sei es, dass sie die Lebensqualität dauerhaft stark einschränken oder gar Ausdruck schwerer und sofort behandlungswürdiger Erkrankungen sind. Dazu gehören folgende Krankheiten:
[bearbeiten] Migräne
Bei einer Migräne treten die Kopfschmerzen typischerweise einseitig auf, wobei die Seite wechseln kann. Und sie sind verbunden mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Brechreiz sowie Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit. Die Beschwerden nehmen bei körperlicher Anstrengung zu, sind pulsierend und dauern von 4 Stunden bis zu 3 Tage an. Manchmal beginnt ein Mirgäneanfall mit Vorboten, z. B. mit einer Unausgeglichenheit, Unruhe oder einer Aura (vorübergehende Störungen der Gehirnleistung wie Sehstörung, Sprachstörung, Veränderung des Empfindens). Zu den Auslösern zählen Östrogene, Schlafmangel und Hunger. Im Laufe des Lebens können die Migräneanfälle weniger werden; nach dem 50-sten Lebensjahr sind sie selten. Oft findet man bei Blutsverwandten ebenfalls Migräne. Frauen sind etwa 3-mal so häufig betroffen wie Männer. Therapiemöglichkeiten bestehen in Ergotaminpräparaten und Serotonin-Rezeptor-Aktivatoren (z. B. Sumatriptan oder Zolmitriptan). Auch Antiemetika können Symptome bessern. Vorbeugend wirken beispielsweise Amitryptilin, Propranolol, Valproat und Verapamil.
[bearbeiten] Cluster-Kopfschmerz
Wie bei der Migräne ist der Cluster-Kopfschmerz einseitig. Er dauert in der Regel ¼ bis 3 Stunden, kann häufiger am Tag auftreten und ist meist von Augenrötung und Tränenfluss, manchmal auch von verstopfter Nase begleitet. Auch finden sich in solchen Anfällen starkes Schwitzen im Gesicht und ein leicht hängendes Lid sowie eine enge Pupille. Wenn sich solche Symptome neu manifestieren, muss ein Hirntumor ausgeschlossen werden. Therapiemöglichkeiten sind Sauerstoffinhalation, Ergotamine und Sumatriptan. Vorbeugend wirken Methysergid und Verapamil.
[bearbeiten] Spannungskopfschmerz
Der Spannungskopfschmerz kommt durch Überempfindlichkeit der empfindsamen Nerven im Kopfbereich zustande. Begleitend finden sich oft auch Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen mit Angstzuständen. Ob eine Veranlagung dazu besteht, ist unklar. Der Kopfschmerz hält lange an beginnt manchmal an der Stirn oder am Hinterkopf und umfasst schließlich den gesamten Kopf. Das Gefühl entspricht einem Druck wie in einem Schraubstock; der Schmerz pulsiert nicht wie bei der Migräne oder einer fieberhaften Erkrankung und steigert sich nicht durch körperliche Anstrengung. Therapeutisch helfen meist Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen.
[bearbeiten] Kopfschmerz bei Arteriitis temporalis
Die Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis, Horton´sche Krankheit) macht sich durch starke bis stärkste Schmerzen im Versorgungsgebiet der befallenen Arterie bemerkbar, das heißt in der Regel über der Schläfe und manchmal auch über dem Hinterkopf ziehend. Es droht wegen Mitbefalls der zum Auge führenden Arterie Erblindung, daher muss schon bei Verdacht auf die Erkrankung mit der Therapie (hochdosierte Kortisonpräparate) begonnen werden. Wenn erst einmal eine Sehstörung hinzugekommen ist, ist das Auge stark gefährdet. Häufig lassen sich Symptome einer Polymyalgia rheumatica mit Beschwerden in der Muskulatur besonders des Schultergürtels erfragen. Manchmal besteht zusätzlich nur Fieber, das sich sonst nicht erklären lässt. Eine Kombination solcher Symptome mit den heftigen Kopfschmerzen muss an eine Riesenzellarteriitis denken lassen.
[bearbeiten] Kopfschmerz bei Hirnhautentzündung
Die Hirnhautentzündung (Meningitis) ist ein potentiell akut lebensbedrohliches Krankheitsbild. Ursachen können Bakterien (besonders Meningokokken und Pneumokokken) und Viren sein. Oft besteht gleichzeitig eine Entzündung des Gehirns (Meningoenzephalitis), wie bei der durch Zecken übertragenen bekannten FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Typisch sind erheblichste Kopfschmerzen, die besonders bei Anheben des Kopfs extrem stark werden, so dass reflektorisch eine schützende Nackensteife einsetzt. Meist treten zudem Lichtscheu und Übelkeit auf. Eine Meningitis gehört immer in stationäre oder gar intensivmedizinische Obhut.
[bearbeiten] Kopfschmerz bei Infekten
Manche Menschen reagieren bei Infekten sehr sensibel mit Kopfschmerzen. Sie verspüren manchmal Kopfschmerzen ohne dass sie Fieber oder Gliederschmerzen oder sonstige Zeichen eines Infekts merken, und wissen dadurch dennoch, dass sie eine milde Auseinandersetzung mit einem Keim (meist einem Virus) durchmachen. Und meist können sie sich dann an einen Infektionsherd (z. B. einen anderen Menschen, der sie angehustet hat) erinnern. Solch ein Kopfschmerz ist manchmal dumpf, manchmal pulsierend, manchmal kommt er besonders bei körperlicher Belastung zum Vorschein. Und er verschwindet mit Überwindung des Infekts. Meist lässt er sich gut durch Paracetamol, ASS oder Ibuprofen beherrschen.
[bearbeiten] Kopfschmerz bei Bluthochdruck (Hypertonie)
Meist tritt Bluthochdruck ohne erkennbare Ursache auf (essentielle Hypertonie). In einigen Fällen liegt eine Nierenkrankheit und sehr selten eine hormonelle Störung zugrunde. Der Bluthochdruck belastet das Herz und kann schließlich zur Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen. Er belastet die Wände der Blutgefäße und trägt zur Entwicklung einer Blutgefäßverkalkung (Arteriosklerose) bei, die wiederum ein Risiko für einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt darstellt. Manche Menschen spüren zu hohen Blutdruck durch heftigen Herzschlag und Kopfschmerzen. Wer mit solchen Symptomen vertraut ist, kann sofort medikamentös gegenregulieren; der Hausarzt wird im geeigneten Fall sicher eine Bedarfsmedikation zur Verfügung stellen. Manche Menschen verspüren jedoch keine solchen Symptome, sondern fühlen sich bei erhöhtem Blutdruck erst richtig wohl; ihnen kann nur geraten werden, häufig den Blutdruck selbst zu messen, um nicht in eine komplikationsträchtige Situation der Blutgefäße zu geraten. Zur Behandlung stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung, wie Diuretika, ACE-Hemmer, AT1-Hemmer oder ß-Blocker.
