Krankheiten mit Atemnot als Symptom
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[bearbeiten] Was Atemnot ist
Atemnot ist ein subjektives Empfinden, das vom Gehalt des Bluts an Sauerstoff und CO2 gesteuert wird. Bei CO2-Anstieg (Anstieg der Konzentration von Kohlendioxid) wird das Atemzentrum im Stammhirn angeregt.
Wenn Atemnot vorliegt, können die unten aufgeführten Krankheiten als Ursache in Frage kommen. Um die wahrscheinlichste herauszufinden, muss eine gute Anamnese (Krankengeschichte) erhoben werden. Die dazu nötigen Fragen finden Sie hier.
[bearbeiten] Blutarmut
Blutarmut (Anämie) bedeutet Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit Mangel an Sauerstoffträgern im Blut. Damit kommt es zu Sauerstoffmangel im Gehirn, der Ursache vermehrter Atemanstrengungen ist. Subjektiv ist er mit mehr oder weniger ausgeprägter Atemnot verbunden. Ursache einer Anämie kann ein vermehrter Blutverlust oder eine zu geringe Nachbildung im Knochenmark sein. Blutverlust lässt sich vermuten, wenn ein Eisenmangel vorliegt und die roten Blutkörperchen zu klein sind. Bei einer Bildungsstörung im Knochenmark sind sie oft zu groß und haben vermehrt roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) geladen. Liegt eine solche Konstellation vor, muss ein breites Spektrum an möglichen Krankheiten bedacht werden, so beispielsweise ein Vitamin-B12-Mangel]] (perniziöse Anämie), ein Folsäuremangel oder eine Knochenmarkskrankheit. Damit kann eine zunehmende Atemnot, die man als Laie gerne den Lungen anlastet, schließlich zu einer ganz anderen Diagnose führen.
[bearbeiten] Herzleistungsschwäche
Eine unzureichende Pumpleistung des Herzens (Herzleistungsschwäche, Herzinsuffizienz) kann zu schlechter Sauerstoffversorgung der Gewebe und Organe des Körpers und ganz speziell des Gehirns führen, wo das subjektive Empfinden der Atemnot entsteht. Hinzu kommt, dass nicht nur gemessen am Bedarf zu wenig Blut in den Kreislauf gepumpt wird, sondern dass sich auch Blut in den Lungen staut und vom Herzen nicht genügend abtransportiert wird. Dies führt zur Lungenstauung, bei der es über Flüssigkeitsausschwitzung durch die Gefäßwände zu einer Verschlechterung des Gasaustauschs kommt, so dass das Blut im großen Kreislauf an Sauerstoff untersättigt ist. Eine besonders starke Blutstauung in den Lungen führt zum lebensbedrohlichen Lungenödem. Eine Herzleistungsschwäche ist also eine wichtige Ursache von Atemnot. Bei medikamentöser Entlastung des Herzens bessert sie sich meist rasch wieder.
Jetzt heißt es aber, die Ursache der Herzinsuffizienz zu erkennen. Es muss festgestellt werden, ob sie an zu engen Herzkranzgefäßen (koronare Herzkrankheit, KHK), an einem Herzklappenfehler, an ausgeprägten Rhythmusstörungen oder direkt an zu schwacher Muskulatur (Kardiomyopathie, Myokarditis) liegt. Das ist nun Aufgabe des Kardiologen. Denn die Behandlung sollte sich nach der Ursache richten.
[bearbeiten] Lungenkrankheit
Die Lungen sind der Ort des Gasaustauschs. Funktioniert er nicht angemessen, gelangt zu wenig Sauerstoff ins Blut und bleibt zu viel CO2 im Körper. Folge ist eine Anregung des Atemzentrums im Stammhirn. Eine ständig erhöhte Atemtätigkeit kann unangenehm sein; kommt sie dem Bedarf nicht nach, ist die Atemnot ständig präsent und ausgeprägt. Ursache ist eine Einschränkung der Gasaustauschfläche, die selbst wieder viele Ursachen haben kann, beispielsweise
- eine Lungenentzündung (Pneumonie),
- ein Lungenemphysem (Lungenüberblähung),
- eine Lungenfibrose (narbige Veränderungen im Lungengerüst) oder
- eine Lungenembolie (Gerinnsel, das ein Blutgefäß der Lunge verstopft).
Durch besondere Röntgentechniken (inklusive Computertomographie) lässt sich die Diagnose weitgehend einengen, manchmal benötigt der Arzt auch eine Gewebeprobe für eine mikroskopische Untersuchung (beispielsweise bei der Suche nach der Ursache einer Lungenfibrose). Dies sind Aufgaben des Lungenfacharztes (Pneumologe, Pulmologe).
Es gibt aber auch eine Gasaustauschstörung, die weder durch eine Lungenstauung bei Herzinsuffizienz noch durch eine eigentliche Lungenkrankheit bedingt ist, sondern durch Flüssigkeitsausschwitzung ins Lungengewebe (Lungenödem - Kurzinfo|Lungenödem) bei einer Nierenvergiftung (Urämie); hier ist der Nephrologe zuständig, der die Möglichkeit zur Hämofiltration und Dialyse hat.
[bearbeiten] Krankheit des Bronchialsystems
Die Bronchien sind als Atemwege verantwortlich für den Transport der Luft in und aus den Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet. Sind sie zu eng oder verschlossen, kann die Luft nicht mehrt in der nötigen Menge pro Zeiteinheit in die Lungen gelangen. Folge ist eine Beeinträchtigung des Gasaustauschs, die in diesem Fall nicht in den Lungenbläschen selbst liegt. Ursachen einer Behinderung des Luftflusses durch die Bronchien können eine Verschwellung der Schleimhaut sein, wie sie bei Entzündungen eintritt, oder eine vermehrte Bildung von Schleim, der nicht genügend schnell abtransportiert werden kann, oder eine spastische Verkrampfung der Ringmuskeln um die Atemwege. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen. Häufige Krankheiten mit Atemnot, die durch Verengung oder Schleimverlegung der Bronchien zustande kommen, sind beispielsweise das Asthma oder eine Entzündung der Atemwege (akute oder chronische Bronchitis. Solche Erkrankungen sind verhältnismäßig häufig und jedem Hausarzt gut bekannt.
