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Körperliche Untersuchung

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Die körperliche Untersuchung ist ein wesentlicher Pfeiler der ärztlichen Diagnostik. Auf Basis der Krankengeschichte und Untersuchung werden Hypothesen erstellt, welche Krankheiten den Beschwerden zugrunde liegen könnten. Bei jeder ersten Konsultation sollte der Arzt daher den Patienten komplett untersuchen.

Ablauf der Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung gilt: Der Arzt, der einen Patienten noch nicht kennt, wird ihn systematisch untersuchen, um sich einen Überblick zu verschaffen, auf den er später zurückgreifen kann. Es werden also auch Körperbereiche untersucht, die direkt nichts mit den Beschwerden zu tun haben!

Derjenige, der seinen Patienten bereits kennt, untersucht in der Regel dann nur noch symptombezogen. Je nach Befund kann während der Untersuchung die Anamnese ergänzt werden; das sind keine geschlossenen Einheiten. Er fragt je nach seinen aktuellen Vorstellungen bezüglich der in Frage kommenden Krankheiten (Diagnosen) möglicherweise nach verschiedenen Begleiterkrankungen oder Krankheitsfolgen. Letztendlich erfragt er alles, was seiner Meinung nach eine weitere diagnostische oder therapeutische Konsequenz hat. Wenn Sie den Gedankengängen des Arztes nicht immer folgen können, so wird Ihnen möglicherweise das Warum mancher Fragen oder Untersuchungen zunächst unklar sein. Das wird Ihnen der Arzt erklären, wenn Sie fragen.

Beispiel: Welcher Arzt hat nicht schon erlebt, dass ihn ein Patient fragte: „Warum untersuchen Sie denn meine Reflexe, wo ich doch wegen Blutarmut bei ihnen bin?“ Er soll feststellen, wo ich Blut verliere. Dass es einen Zusammenhang zwischen Blutarmut und einer neurologischen Störung gibt (wie bei einem Vitamin-B12-Mangel), ist einem Nichtfachmann natürlich kaum geläufig. Fragen Sie also nach, bevor Sie sich falsche Gedanken machen!

Unerwartetes bei Anamnese und Untersuchung?

Ein sorgfältiger und verantwortungsvoller Arzt wird manches Erwartete und manchmal auch Unerwartete erfragen und untersuchen. Er denkt möglicherweise an Krankheiten oder ihre Folgen, die seinem Patienten nicht geläufig sind. Die nicht gleich nachvollziehbare Breite der Informationen kann ihn schlagartig auf neue diagnostische Überlegungen führen, vielleicht auf wichtige!

Beispiel: Findet der Arzt an den Handinnenflächen eine besondere Rötung und zusätzlich besondere spinnenartige Gefäßerweiterungen am Halsausschnitt, dann wird er sofort nach einer Lebererkrankung suchen. Der Arzt wird dabei auf Dinge achten, die Ihnen nicht gleich einleuchtend sind; das kann er Ihnen auch nicht alles haarklein erklären. Der Blick auf Handinnenfläche und die Fingernägel, den Halsausschnitt und so fort dauert jeweils nur Sekunden; die gesamte Inspektion, bei der ein erfahrener Arzt selbst diffizile Kleinigkeiten aufnimmt dauert nur Sekunden bis kaum 1 Minute. Das führt bei aufmerksamen und empfindlichen Patienten zu Fragen: was macht er da, warum guckt er dahin, was für Schlüsse zieht er daraus?


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