Herzrhythmusstörungen
Aus Krank-Gesund.de
Als Herzrhythmusstörungen werden
- eine abnorm erhöhte oder erniedrigte Herzfrequenz (Tachykardie bzw. Bradykardie) sowie
- Extraschläge (Extrasystolen) und eine
- völlige Unregelmäßigkeit des Herzschlags (absolute Arrhythmie) bezeichnet.
Normalerweise schlägt das Herz regelmäßig zwischen 60- und 90-mal pro Minute. Manche Menschen haben einen langsameren, manche einen schnelleren Puls, ohne dass dies Auswirkungen auf ihr Befinden oder ihre Leistungsfähigkeit hat. Auch einzelne Sonderschläge (Extrasystolen) oder eine normofrequente absolute Arrhythmie werden manchmal nicht als leistungsmindernd bemerkt. Höhergradige Herzrhythmusstörungen führen jedoch zu Leistungseinbußen und subjektivem Missempfindungen.
Wie sich Herzrhythmusstörungen auswirken
- Eine kurze Phase von übermäßiger Bradykardie oder Tachykardie können zu Schwindel, einem Kreislaufkollaps oder einer kurzen Bewusstlosigkeit (Synkope) führen.
- Herzrhythmusstörungen als Ursache einer verminderten Herzleistung (Herzinsuffizienz): Ist der Herzschlag viel zu langsam oder viel zu schnell, fallen zu viele Sonderschläge (Extrasystolen) ein oder ist der Puls gar völlig unrhythmisch (absolute Arrhythmie), kann die Leistung des Herzens gemindert sein. Gespürt wird dies zunächst bei körperlicher Belastung durch frühzeitig einsetzende Atemnot. Ist die Herzfrequenz extrem schnell (bei Ruhe >180/Min, Tachykardie) oder extrem langsam (bei Ruhe <30/Min, Bradykardie) ist, kommt es zu einer kritischen Absenkung der Pumpleistung (vermindertes Herzminutenvolumen) und Atemnot bereits in Ruhe (Ruhedyspnoe).
- Bei Kammerflattern oder einer Tachyarrhythmie können die Schläge so rasch hintereinander folgen, dass sich die Herzkammern in der Zwischenzeit nicht genügend mit Blut füllen können, um einen fühlbaren Puls und damit einen messbaren Blutdruck zu ergeben. Es kommt zum Kreislaufschock.
- Jede absolute Arrhythmie führt zumindest bei älteren Menschen zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko.
Wie Herzrhythmusstörungen erkannt werden
Oft werden einzelne Extraschläge des Herzens (Extrasystolen) unangenehm bemerkt. Sie können aber auch subjektiv unbemerkt bleiben. Dies gilt auch für die absolute Arrhythmie.
Schwindelanfälle und eine gelegentliche Bewusstlosigkeit (z. B. im Sinne eines MAS-Anfalls) müssen an eine Herzrhythmusstörung denken lassen.
Sicher erkannt werden Herzrhythmusstörungen im Speicher-EKG.
![]() | ![]() |
An welche Ursachen gedacht werden sollte
Herzrhythmusstörungen können viele Ursachen haben. Hier eine Auswahl:
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis), z. B. im Rahmen eines Virusinfekts,
- Herzinfarkt, auch Zustand nach Herzinfarkt mit Narbenbildung,
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Verkalkung (Koronarsklerose),
- Stress, Aufregung,
- Medikamente (z. B. Bradykardie durch Digitalis-Präparate oder Beta-Blocker, Tachykardie durch Asthmamittel),
- Elektrolytstörungen, beispielsweise
- Hypokaliämie z. B. durch Diuretika oder Durchfälle bedingt,
- Hypokalzämie z. B. durch eine Überfunktion der Nebenschilddrüse oder Vitamin-D-Mangel bedingt.
Ganz entsprechend sollte die Diagnostik erweitert werden.
Wie Herzrhythmusstörungen behandelt werden
Die Behandlung richtet sich nach der Art und Ausprägung der Herzrhythmusstörung. Bei gelegentlichen Extrasystolen braucht man in der Regel keine Therapie. Bei kurzzeitigen Mehrfachschlägen erfolgt meist eine medikamentöse Rhythmusstabilisierung durch z. B. http://www.medicoconsult.de/wiki/Beta-Blocker Beta-Blocker]. Werden extrem hohe Schlagfrequenzen mit Gefahr von Kammerflattern oder Kammerflimmern im Speicher-EKG festgestellt, so muss die Implantation eines internen Defibrillators erwogen werden. Sind Pulsfrequenzen gelegentlich viel zu niedrig und mit Schwindelerscheinungen verbunden, so kommt die Implantation eines Schrittmachers in Betracht.
Unabhängig von der Rhythmuskontrolle sollte bei älteren Menschen mit einer absoluten Arrhythmie eine Herabsetzung der Blutgerinnbarkeit (Antikoagulation) erfolgen, um das Schlaganfallrisiko zu senken.


