Erbrechen kann relativ harmlos sein (Beispiel Erbrechen im Rahmen eines sonst harmlosen Magendarminfekt oder psychogenes Erbrechen) oder im Rahmen einer lebensbedrohlichen Krankheit auftreten (Beispiel Tumorleiden, Blutung im Gehirn). Wenn die Vorgeschichte und die Beschwerden berücksichtigt werden, kann die Bedeutung eines Erbrechens in etwa abgeschätzt werden. Dazu sollen die Fragen dieser Seite helfen.
Erbrechen
Aus Krank-Gesund.de
[bearbeiten] Was Erbrechen ist
Erbrechen ist das Hochwürgen von Mageninhalt durch einen krampfartigen Prozess, meist eingeleitet durch akute oder sich verstärkende Übelkeit mit Brechreiz.
[bearbeiten] Welche Ursachen in Betracht kommen
[bearbeiten] Akutes Erbrechen
Akutes Erbrechen kann folgende Ursachen haben:
- Virale oder bakterielle Entzündung des Magendarmkanals
- Medikamente, u. a. im Rahmen einer Chemotherapie einer Krebs-Erkrankung
- Erkrankung des Innenohrs: akuter Drehschwindel (Menière-Anfall)
- Entgleisung des Stoffwechsels: verschiedene Erkrankungen des Hormonsystems (u. a. auch bei der Zuckerkrankheit)
- Plötzliche heftige Aversion gegen irgendetwas (z. B. durch optische Eindrücke, einen Geschmack oder Geruch vermittelt)
MERKE
[bearbeiten] Chronisches Erbrechen
Chronisches Erbrechen kann folgende Ursachen haben:
- Erkrankung der Speiseröhre: Ausbuchtung (Divertikel), Bewegungsstörung
- Magenerkrankung: akute Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut), Enge am Magenausgang z. B. nach Geschwüren oder bei einem Magenkrebs, Bewegungsstörung der Magenwand
- Erkrankung der Bauchspeicheldrüse: akute Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse), Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse mit Behinderung der Magenentleerung (z. B. durch eine Geschwulst)
- Schwangerschaft (Schwangerschaftserbrechen)
- erhöhter Augeninnendruck (Glaukomanfall)
- psychogenes Erbrechen (antezipatorisches Erbrechen, Auslösung durch optische oder geruchliche Wahrnehmungen)
- Erbrechen bei Erkrankungen des Gehirns, z. B. bei Erhöhung des Drucks im Schädel,
- stark ausgeprägte Darmträgheit (Pseudoobstruktion)
- Darmverschluss (Ileus), z. B. durch eine Verwachsung oder einen Krebs oder durch Darmlähmung
[bearbeiten] Was Ihr Arzt fragen könnte
Ihr Arzt wird durch folgende Fragen die Ursachen eingrenzen wollen:
- Kommt das Geschluckte ohne Brechkonvulsionen einfach nur zurückgeflossen?: zu denken wäre an eine Achalasie oder ein Zenker-Divertikel
- Ist das Erbrochene sauer? Wenn ja, kommt wohl aus dem Magen.
- Ist das Erbrochene schon anverdaut oder gar übelriechend? Ursachen können sein: ein Darmverschluss (Ileus) oder eine Fistel zwischen Dickdarm und Magen
- Ist das Erbrochene gallig? Die Passage bis in den Zwölffingerdarm ist wahrscheinlich frei (Ausschluss von Ursachen, die höher liegen)
- Ist das Erbrochene blutig? Die Blutungsquelle liegt wahrscheinlich im oberen Magendarmtrakt (bis zum oberen Dünndarm): Magenspiegelung!
- Wenn Blut im Erbrochenen ist: kommt es schon beim ersten oder erst bei einem folgenden Brechschwall? Im ersten Fall wird die Magenblutung Ursache des Erbrechens sein. Im zweiten muss man an einen Schleimhauteinriss durch die Scherkräfte am Schleimhautübergang von der Speiseröhre zum Magen denken (Mallory-Weiss-Läsion; diese Läsion ist jedoch nicht Ursache des Erbrechens sondern seine Folge).
- Erbrechen zusammen mit Schwindel oder Ohrensausen? Hier kommt eine Innenohrkrankheit oder ein Morbus Menière in Frage.
- Erbrechen bei bekannter Nierenkrankheit? Zu denken wäre an eine Nierenvergiftung (Urämie).
- Erbrechen bei ausgebliebener Monatsblutung (bei Frau in gebärfähigem Alter): Zu denken wäre an eine Schwangerschaft.
- Erbrechen bei starkem Kopfschmerz? Die Ursache könnte im Schädelinneren liegen (z. B. bei Hirnhautentzündung, Hirnblutung, Hirntumor).
- Erbrechen bei starken Augenschmerzen? Man sollte an erhöhten Augeninnendruck denken (Glaukomanfall).
- Erbrechen ohne anschließende Erleichterung? Die Ursache liegt möglicherweise im Gehirnbereich (erhöhter Druck im Schädelinneren).
- Erbrechen und Abmagerung: In Frage kommen beispielsweise ei Tumorleiden oder eine Anorexia nervosa (nervliche Magersucht).
- Trat das Erbrechen zusammen mit Schmerzen im Oberbauch oder Herzbereich und vielleicht auch zusammen mit einem Kollapsgefühl auf? Hier muss an den Durchbruch eines Magengeschwürs und auch an einen Herzinfarkt gedacht werden (sofortige Klinikbehandlung!)
- Lösen Sie Erbrechen selbst aus? Dies kommt vor bei Magersucht (Anorexie) und der Angewohnheit, das Gegessene (was u. U. auch viel sein kann) wieder (durch Brechauslösung mit dem Finger) auszubrechen (Bulimie). Auch kann eine ständige Übelkeit dazu führen, sich durch Erbrechen erleichtern zu wollen. Der Übelkeit muss dann weiter nachgegangen werden.
Wenn Sie oder eine betreuende Person Angaben zu diesen Fragen gleich parat hat, hilft dies dem behandelnden Arzt, in die richtige Richtung zu denken!











