Differenzialblutbild

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Das Differentialblutbild ist das Ergebnis einer mikroskopischen Untersuchung des Blutes. Es gibt Aufschluss über Größe und Form der Erythrozyten und die Verteilung der verschiedenen Typen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), wie Granulozyten (weiße Blutkörperchen mit kleinen Körnchen im Zellleib) und Lymphozyten (weiße Blutkörperchen aus Thymus, Lymphknoten und anderem lymphatischem Gewebe).

Die Granulozyten

Die Granulozyten teilen sich in neutrophile (45-95%), eosinophile (1-5%) und basophile (<1%) Zellen auf, die durch Färbemethoden differenziert werden. Junge Granulozyten haben einen stabförmigen Kern (Stabkernige), mittelalte einen gelappten Kern (Gelapptkernige) und alte einen hypersegmentierten (Hypersegmentierte). Die Segmentkernigen machen normalerweise das Gros mit etwa 60% aus.

Normalverteilung der Granulozyten:

  • Segmentkernige 46 - 66%,
  • Stabkernige 2 - 8%,
  • Eosinophile 1 - 5%,
  • Basophile 0 - 1%,
  • Lymphozyten 20 - 40%,
  • Plasmazellen 0 - 1%.

Eine Vermehrung oder Verminderung einzelner Leukozyten-Formen kann Rückschlüsse auf Krankheiten zulassen.

Eine Vermehrung der Stab- und Segmentkernigen bei gleichzeitiger Vermehrung der gesamten Leukozyten (Leukozytose) beispielsweise spricht für eine bakterielle Infektion. Das Verhältnis der Altersgruppen verschiebt sich hin zu den jungen Leukozyten, den Stabkernigen, was als Linksverschiebung bezeichnet wird. Die Leukozyten sehen zudem granuliert aus, was als toxische Granulation bezeichnet wird. Im Differenzialblutbild werden solche Veränderungen als Reaktion des Körpers auf eine bakterielle Infektion gewertet.

Eine Vermehrung der Eosinophilen (Eosinophilie) spricht für ein allergisches Geschehen, eine Erholung nach einer Infektion ("Morgenröte") oder eine Wurminfektion. Eine besonders starke Vermehrung der Eosinophilen Granulozyten (Hypereosinophilie-Syndrom) kann bei einer Wurminfektion, aber auch bei einer Knochenmarkkrankheit auftreten.

Die Lymphozyten

Die Lymphozyten unterteilen sich in T-Lymphozyten (8-15%) und B-Lymphozyten (65-80%), die immunologisch differenziert werden. Sie machen insgesamt 20-40% der weißen Blutkörperchen aus, obwohl sie sich hauptsächlich in Körpergeweben und Organen aufhalten und nur etwa zu 2% im Blut (Verweildauer mit ca. 1 Stunde nur sehr kurz).

Die Bedeutung des Differenzialblutbildes

Die Differenzierung der Leukozyten kann von großer diagnostischer Bedeutung sein. Beispiele: Bei bakteriellen Infektionen steigt die Zahl der Granulozyten stark an. Bei allergischen Reaktionen können die eosinophilen Granulozyten ansteigen (Eosinophilie). Bei viralen Infektionen kann die relative Lymphozytenzahl ansteigen (Lymphozytose) und die Gesamtzahl der Leukozyten abfallen (Leukopenie). Ein Abfall der Lymphozyten (Lymphopenie) findet sich bei Krankheiten mit Immunschwäche (wie HIV), bei Autoimmunkrankheiten (wie dem Lupus erythematodes), nach Strahlentherapie und unter Chemotherapie und Kortison-Therapie.

Atypische Leukozyten

Im Differenzialblutbild können gelegentlich untypische aussehende, sog. atypische Leukozyten erkannt werden, die auf besondere Virusinfektionen (z. B. EBV-Infektion) oder auf eine Leukämie schließen lassen.

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