Eine Thrombose ist die häufigste Ursache eines einseitig dicken Beins; Ödeme sind die häufigste Ursache beidseitig dicker Beine. Bei ihnen denkt der Arzt am ehesten an eine Herzleistungsschwäche. Aber es kommen auch andere Ursachen in Frage; die dekompensierte Leberzirrhose ist die häufigste von ihnen aus den Bereich des Verdauungstrakts.
Dicke Beine
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[bearbeiten] Was dicke Beine sind
Dicke Beine im Sinne eines Krankheitszeichens sind meistens bedingt durch Wassereinlagerungen ins Gewebe (medizinisch "Ödeme"), sie können aber auch Ausdruck eines gestörten Abflusses von Lymphe (medizinisch "Lymphödem") sein.
Ein behinderter Blutabfluss ist eine sehr häufige Ursache von Beinödemen. Seine Ursachen umfassen vor allem
- eine Leistungsschwäche des rechten Herzens (medizinisch "Herzinsuffizienz") oder
- einen Verschluss der Beinvenen durch Verklumpungen des Bluts (medizinisch "Beinvenenthrombose").
Eine lokale Entzündung am Bein kann ebenfalls der krankhaften Beinschwellung zugrunde liegen (medizinisch "entzündliches Ödem"), was beispielsweise bei einem Erysipel oder einer Stauungsdermatitis vorkommt.
Ein gravierender Eiweißmangel im Blut ist eine weitere Ursache von Beinödemen, die gelegentlich übersehen wird: Für ihn gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten:
- eine Leistungsschwäche der Leber, die ihrer Aufgabe, Bluteiweiße zu bilden nur unzureichend nachkommen kann (ein Beispiel ist die fortgeschrittene Leberzirrhose),
- eine Dünndarmkrankheit mit der Folge einer unzureichenden Verdauung und Resorption von Eiweißen (ein Beispiel ist die "Sprue")
- eine Nierenerkrankung mit starkem Eiweißverlust ("nephrotisches Syndrom")
- ein Eiweißverlust durch eine Undichtigkeit der Haut (Beispiel: großflächige Verbrennung) oder des Darms ("eiweißverlierende Enteropathie")
- ein Eiweißmangel durch unzureichende Nahrungsaufnahme mit der Folge von "Hungerödemen" ist in Dritte-Welt-Ländern leider immer noch eine Differenzialdiagnose.
[bearbeiten] Was den Arzt interessiert
Der Arzt wird zunächst einmal nachsehen, ob beide Beine oder nur eines verdickt ist, und rasch durch Druck mit einem Fingen prüfen, ob eine Delle zurückbleibt. Wenn beide Beine betroffen sind, muss die Ursache oberhalb des Beinansatzes liegen. Ist nur eines betroffen, sollte in erster Linie der Blutgefäßstrang und der Lymphstrang der betroffenen Seite untersucht werden.
Bleibt bei Druck mit dem Finger eine Delle, handelt es sich um ein Ödem.
Beim symmetrischen (beidseitigen) Ödem gilt es nun zu klären, was die Ursache sein könnte. Dazu hilft die Krankengeschichte oft entscheidend weiter.
Der Arzt wird unter Umständen also fragen:
- Hatten Sie früher schon einmal Ödeme? Wenn ja, kann eine chronische Erkrankung zugrunde liegen.
- Gibt es eine Vorerkrankung am Herzen, an der Leber, an den Nieren, am Darm, die Ihnen bekannt ist? Welche?
- Ist die Leistungsfähigkeit zurückgegangen? Stark? Besteht bei geringer Belastung Atemnot? Alle diese Angaben leiten zum Herzen als Ursache hin.
- Haben Sie einmal Bauchwassersucht (Aszites) gehabt? Wenn ja, kann eine Lebererkrankung zugrunde liegen (beispielsweise eine Leberzirrhose)
- Haben Sie schon einmal eine Gelbsucht gehabt? Auch dies würde eine Lebererkrankung ins Blickfeld rücken.
- Schäumt der Urin stark? Dies wäre bei einer starken Eiweißausscheidung möglich.
- Haben Sie Stuhlgangsveränderungen? Durchfälle? In diesem Fall könnte man an eine Verdauungs- und Resorptionsstörung von Eiweiß oder an eine "eiweißverlierende Enteropathie" denken.
- Hatten Sie schon Thrombosen? Meist verursachen Blutgerinnsel einseitige Beinschwellungen; aber wenn der thrombotische Gefäßverschluss im Bereich der unteren Hohlvene liegt, sind beide Beine betroffen.
Den eigentlichen Grund der Beinschwellung wird man in der Regel nur durch technische Untersuchungen erkennen können. Welche Untersuchung aber am erfolgversprechendsten ist, soll die Befragung ergeben.











