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Atemnot

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Was Atemnot ist

Atemnot ist das subjektiv sehr unangenehme Empfinden, nur unzureichend Luft zu bekommen, manchmal verbunden mit Erstickungsangst. Bezüglich ihrer Ursache ist sie vieldeutig. In Frage kommen Erkrankungen der Lungen und der Bronchien ebenso wie Erkrankungen des Herzens, eine Anämie (Blutarmut) oder ein psychisch abnormes Empfinden ohne organische Grundlage. Durch eine Reihe von Fragen kann der behandelnde Arzt, sei er in der Praxis oder in der Klinik tätig, rasch einen Überblick über die wahrscheinlichen oder die eher unwahrscheinlichen Ursachen erhalten. Sie tun sich und ihm einen Gefallen, wenn Sie seine Fragen rasch und überlegt beantworten können.

[bearbeiten] Fragen, die Ihr Arzt stellen könnte

Ihr Arzt wird folgende Fragen an Sie haben:

[bearbeiten] Wie ausgeprägt ist die Atemnot?

Sie tritt bei stärkerer Belastung auf, die früher aber problemlos bewältigt wurde. Die kann zwar noch im Bereich des Normalen und der Altersentwicklung liegen, aber auch ein Krankheitszeichen sein. Sie tritt schon bei mäßiger Belastung auf, die andere Menschen problemlos bewältigen. Beispielsweise sollte man noch mit 70 Jahren zwei Etagen hochsteigen können (wenn die Gelenke mitmachen). Mit 60 Jahren sollten 4-5 Etagen am Stück kein Problem sein. Wer angibt, nur 3 Stockwerke mit Mühe zu schaffen, sollte hinsichtlich seiner Atemnot ernst genommen werden. Dies ist in jedem Fall ein Grund zur Diagnostik. Sie tritt bei geringer Belastung auf, so dass alltäglichen Verrichtungen nicht mehr geschafft werden. Hier ist eine rasche Diagnostik erforderlich, die zwar ambulant durchgeführt werden kann, aus Gründen der Geschwindigkeit manchmal besser in einem Krankenhaus erfolgt. Sie tritt bereits in Ruhe auf. Wenn die Ursache noch nicht geklärt ist, ist dies ein Grund für eine Krankenhauseinweisung. Luft bekommt man im Sitzen am besten (Orthopnoe), im Liegen können Erstickungsgefühle auftreten. Hier sind dringend besondere Maßnahmen erforderlich, die im Krankenhaus eingeleitet werden.

MERKE

Atemnot ist ein Symptom, das sehr viele Ursachen haben kann: Die Hauptursachen betreffen die Lungen und die Atemwege, das Herz und eine Anämie. Dazwischen muss Ihr Arzt rasch wählen, damit er richtig behandeln kann. Sie können ihm dabei durch die Beantwortung der Fragen dieses Kapitels helfen.

[bearbeiten] Wodurch wurde / wird die Atemnot ausgelöst?

Körperliche Belastung ist vielfach der Hauptauslöser. Ursachen können eine Lungenkrankheit, eine Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) oder eine Blutarmut (Anämie)sein.

Hoher Blutdruck (Hypertonie) kann indirekt Atemnot auslösen, indem er zu einer Belastung des Herzens führt, der es nicht gewachsen ist.

Starke psychische Belastung kann zu subjektiver Atemnot mit vermehrtem und tiefem Atmen führen. Manchmal kommt dieser Mensch aus dem tiefen Atmen nicht mehr heraus so dass sich eine Hyperventilationstetanie entwickelt mit Verkrampfungen der Muskulatur (Pfötchenstellung der Hände) und Neigung zu Zuckungen im Gesicht.

Atemnot bei einer Lungenembolie kommt aus heiterem Himmel. Manchmal gibt es dafür Anzeichen, die sofort an diese Diagnose denken lassen (frühere Lungenembolien, Tumorleiden, lange sitzende oder hockende Stellung z. B. im Flugzeug oder bei langen Autofahrten).

[bearbeiten] Wie hat sich die Atemnot entwickelt?

Innerhalb von Sekunden bis Minuten: wenn nicht zusätzliche Beschwerden wie Herzschmerzen und Kreislaufkollaps auf einen Herzinfarkt hinweisen, so kann eine akute innere Blutung (z. B. Ulkusleiden, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür) vorliegen, eine äußere macht natürlich über die eintretende Blutarmut ebenfalls Atemnot, aber diese Ursache ist ja sofort klar. Ein Asthmaanfall mit spastischer Verengung der Atemwege kann ebenfalls durch das giemende und pfeifende Geräusch sofort diagnostiziert werden. Herzrhythmusstörungen können ebenfalls zu einer so ausgeprägten Kreislaufstörung führen, dass subjektiv schon bei geringen Belastungen Luftnot verspürt wird. Eine ganz akute Luftnot kann bei einer großen Lungenembolie (Blutgerinnsel in Blutgefäßen der Lungen) auftreten. Wenn so ernsthafte Erkrankungen zur Diskussion stehen, muss eine rasche Diagnostik in einer Klinik erfolgen. Manchmal entpuppt sich eine akut aufgetretene Atemnot mit dem Drang tief durchzuatmen als meist harmlose Fehlregulation im Sinne einer psychogenen Hyperventilation. Bei Menschen mit einer Schädigung des Gehirns kann es zu Phasen tiefer Atmung kommen (z. B. Cheyne-Stokes´sche Atmung), die auf eine Minderdurchblutung des Stammhirns zurück zu führen ist. Sie ist durch einen Sauerstoffmangel des übrigen Körpers bedingt. Oft wird diese Atmung als Ausdruck einer allgemeinen Atemnot fehlinterpretiert: in Wirklichkeit ist es eine zentrale Sollwertverstellung - allerdings bedingt durch einen ganz lokalisierten Sauerstoffmangel.

Innerhalb weniger Tage: hier scheint ein ernsthaftes akutes Problem vorzuliegen, beispielsweise eine akute Herzschwäche (Myokarditis (Herzmuskelentzündung)? Rasch zunehmende Schlussunfähigkeit einer Herzklappe wie z. B. bei Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)? Herzrhythmusstörungen?) oder eine rasch zunehmende Anämie (z. B. bei innerer Sickerblutung). Auch hier ist eine rasche Abklärung in einer Klinik erforderlich.

Über Wochen bis Monate: häufig steckt hier eine zunehmende Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) oder eine allmählich zunehmende Anämie dahinter.

Über Monate bis Jahre: eine langsam zunehmende Atemnot, zunächst bei stärkerer, dann bei geringerer Belastung und schließlich in Ruhe findet man bei zunehmender Herzleistungsschwäche, einer chronischen Lungenkrankheit (z. B. zunehmendem Emphysem oder einer zunehmenden Lungenfibrose) und auch bei langsam zunehmender Anämie (z. B. im Rahmen einer Knochenmarkschwäche, dem myelodysplastischen Syndrom, MDS).

[bearbeiten] Hinweise auf eine Lungen- oder Bronchialkrankheit?

Waren die Lungen oder die Atemwege (Bronchien) schon einmal erkrankt? Sind Sie schon einmal bei einem Lungefacharzt in Behandlung gewesen (warum)? Ist schon einmal eine Lungenembolie diagnostiziert worden? Wann wurde die letzte Röntgenaufnahme der Lungen durchgeführt? War sie in Ordnung? Rauchen Sie (seit wann, wie viel)?

Medizinsch Vorgebildete finden hier eine ausführliche Zusammenstellung zum Thema.

[bearbeiten] Hinweise auf eine Herzkrankheit als Ursache?

Gab es bereits Herzbeschwerden? Wurde schon einmal eine Diagnostik der Herzens durchgeführt (z. B. Langzeit-EKG, Herzecho, Herzkatheter)? Haben Sie schon einmal Herzrhythmusstörungen bemerkt, Herzstolpern oder Aussetzer? Haben Sie hohen Blutdruck (wie lange)? Sind bei Ihnen die Blutfette erhöht? Antworten auf diese Fragen können das Augenmerk auf das Herz lenken.

[bearbeiten] Hinweise auf eine Blutarmut?

Wurde früher schon einmal Blutarmut (Anämie) festgestellt? Ist ein Eisenmangel oder Vitamin-B12-Mangel bekannt? Besteht eine Knochenmark- oder Lymphknotenkrankheit oder ein Krebsleiden? Hatten Sie schon einmal eine Krankheit, bei der es immer wieder bluten kann (z. B. Bluterkrankheit, Darmblutungen bei Colitis ulcerosa, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür)? Haben Sie schon einmal Blut im Stuhl oder schwarzen Stuhl festgestellt? Diese Fragen zielen direkt auf eine mögliche Anämie.

[bearbeiten] Ursachen von Atemnot

[bearbeiten] Weitere Informationen







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