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Andauernde Verstopfung

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Die Verstopfung (Obstipation) kann vorübergehend auftreten oder lang anhalten. Hier wird auf die lang anhaltende (chronische) Verstopfung eingegangen.

Patienten wissen aus langer Erfahrung, wovon sie sprechen: von vollem schwerem Bauch, von langen Sitzungen auf der Toilette, auf die sie sich etwas zu lesen mitnehmen, von Pressen und dem Gefühl, dass sie dabei den Damm dehnen und dass dabei vielleicht auch Schleimhaut nach außen hervorgepresst wird, von Versuchen, durch Druck von außen unter dem Steißbein auf den Enddarm oder durch eine Ausräumung mit einem Finger wenigstens etwas Stuhl los zu bekommen, von allen möglichen pflanzlichen oder medikamentösen Abführmitteln, von Backpflaumen, Leinsamen, Weizenkleie, von allen möglichen Hausmitteln, in denen sie Experten geworden sind, vom Rauchen, das helfen soll, von Zäpfchen oder Einläufen, von regelmäßigen Darmmassagen und von vielem mehr. Von all dem muss sich der Arzt ein Bild machen.

[bearbeiten] Fragen, die den Arzt interessieren

Was machen Sie denn, um Stuhlgang zu bekommen? Wie helfen Sie sich? Was haben Sie schon ausprobiert? Wenn Sie ihm das so erzählen, weiß er, dass dies ein gesundheitliches Problem für Sie ist, auch wenn bisher alle Untersuchungen keinen krankhaften organischen Befund erbracht haben sollten. Zur Definition von Gesundheit gehört ja nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, was ein schwieriges Definitionsproblem ist, sondern auch ein subjektives Wohlgefühl, was natürlich absolut subjektiv ist. Und eine erheblich ständige Verstopfung, und sei sie „nur“ aus funktionellen Gründen, kann das Wohlbefinden erheblich stören. Die gesamte Gedankenwelt kann schließlich nur noch um den Stuhlgang kreisen. Und ein Arzt, der helfen soll, wird dies dann auch so als Problem erkennen müssen.

Um der Ursache auf die Spur zu kommen, kann die Frage wichtig sein:

Wann und wodurch hat die Verstopfung begonnen? Gab es ein auslösendes Ereignis? Manchmal hört man dann entweder „sie kam langsam von selbst“, das ist auch am häufigsten der Fall. Es handelt sich hier um eine habituelle Verstopfung bei entsprechender Veranlagung. Sich damit anzufreunden ist schwierig und gelingt vielfach ein ganzes Leben nicht. Denn aus einer harmlosen Verstopfungsneigung kann durch falsche Selbstbehandlung ein schwerwiegendes Problem werden, bei der der Darm immer „fauler“ statt fleißiger wird.

Gelegentlich wird berichtet: „eigentlich hatte ich ganz früher keine Verstopfung, aber nach dem oder dem Ereignis ist es los gegangen“. Und genau solch ein Ereignis könnte den Schlüssel zum Verständnis liefern. Wenn nämlich berichtet wird, dass sie erst nach einer Bauchoperation, einem Bauchtrauma (beispielsweise nach einem Unfall) oder im Zuge eines Nerven- oder Rückenmarksleidens auftrat, dann kann man auf eine bestimmte Art einer „Pseudoobstruktion“ schließen.

Manche Zusammenhänge sind dem Arzt sicher sofort klar, nämlich dann, wenn er der Frage nachgeht:

Welche Krankheiten sind bei Ihnen sonst noch bekannt? Denn bestimmte Krankheiten sind von Natur aus mit einer Disposition zu Verstopfung belastet. Dazu gehören die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus, sicher eine der häufigsten krankheitsbedingten Ursachen), der Morbus Parkinson und andere neurologische Krankheiten, die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Weitere Fragen müssen geklärt werden:

Nehmen Sie Medikamente? Denn Medikamente können auch bei einer schon lange bestehenden Obstipation ursächlich beteiligt sein und das Problem unterhalten. Mehr zur medikamentenbedingten Obstipation und zu obstipierend wirkenden Medikamenten oben.

Nehmen Sie Abführmittel? Abführmitteln können sehr wirksam sein; aber der Darm kann sich an sie auch gewöhnen; er reagiert nicht mehr adäquat. Folge ist eine immer höhere Dosis. Bestimmte pflanzliche Abführmittel (Anthranoide) haben die Folge einer Pigmentierung (Dunkelverfärbung) der Dickdarmschleimhaut, so dass der endoskopierende Untersucher seinem Patienten einen chronischen Abusus von Abführmitteln auf den Kopf zusagen kann.

Rauchen Sie? Eine seltsame Frage im Zusammenhang mit Verstopfung. Wer aber versucht hat, das Rauchen aufzuhören, und dann merkt, dass er mit Verstopfung reagiert, der weiß, das Rauchen die Darmtätigkeit anregen kann. Ein schwieriges Problem bei der Raucherentwöhnung! Manchmal hilft ein Nikotinpflaster.

[bearbeiten] Gibt es eine Veranlagung zu Obstipation?

Bei chronischer Verstopfung hat man vielfach den Eindruck, dass wohl eine genetische Anlage dazu vorhanden sein muss. Oft wird auch von Eltern und Großeltern berichtet, die unter gleichen Problemen leiden oder gelitten haben. Nicht jeder Mensch reagiert auf Medikamente oder Hormone mit Obstipation. Auch das Reizdarmsyndrom mit überwiegender Obstipation hat möglicherweise eine genetische Verankerung. Wenn eine solche Veranlagung vorliegt, sind Antworten auf manche Fragen, wie sie oben gestellt sind, nur die halbe Wahrheit, und der Betroffene muss sich vielmehr darauf einstellen, dass er die Neigung zur Verstopfung behalten wird, gleich was man dagegen tut.

[bearbeiten] Weiteres

  • Obstipation: Fachinformationen (für medizinisch Vorgebildete)






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